Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
Seite
356
Einzelbild herunterladen
 

356 (Shitvitt bcd Jtunftcbavaftcvd bcr neueren B^t.

5D?it ben SRännettt, bte hierbei tl)ätig waren, war and) 3ol).granefe in ©üben befannt. ©ein geiftlidjed ©ton (1674) barf mattwol)l ©erbarbd Siebent an innerer 58erwanbtfd)nft am näd)ftcn ftelleti;man würbe ed »ieHeidjt ttod) unbefangener tl)uti, wenn man feinen irbi=fdjen .fjelifoit, feilte weltlidjen Sieber, »on betten wir oben fpradjett,nidjt mit in jlattf nehmen müßte. gtande bat an benfeiben Duellengefdjöpft wie ©erf>arb, an ben tpfalmeit, an Sutber, an ben tateinifdjenÄtrdjenlfebern, an bett ©ottedgelebrten, bie bte ©ottfeligfeit ittcljt aldein ©ewerb attfabtett itnb fid) ber ©treitigfeiten enthielten; wie ®er=I;atb gebt et an jenen bilberreid)ett Slotßellungcn mehr »orbei, um »orallem ben eoangeltfcbett Slnftrid) ju behaupten. ©Wad ttad)gtebtger gebter habet ju SBerfe ald @ert)arb, beim et ift »ielleidit unt fo siel itnge*wöhtt 1 id)er uttb fdjwungreidjcr, alö biefer, als er weniger gemntblid)unb innig ift; fo »tel funjfreidjer unb rebnerifeber, ald er weniger »olfd=tbüntlid) unb treuberjtg ift. 3b' 11 b 0 ^ 11 bal)er jene ©ebettnniffc unbSButtber bei Sl)tiftd 5Renfd)werbung, bie 3b«» »ott ber @etnablfd)aftber Äird)e u. bergl. mebt 9ie4, unb er weift bie poettfd)en ©egettfäijcunb 23i(ber, bie btefe ffiorftellutigcn auö^nbrüctett pflegten, in gälte unb©ewanbtbeit ttt einer fließenbett ©prad)e mitjutbeilen. granefeerbtetfeinen ©eift" jum ©ingen, beut ©erbarb fotnmt ed oon felbft, ober erwartet ed ab, wie man felbft bad ©ebet unb bie Stnbacbt abwarteit muß,wenn fte nid)t l;obl werben foH. gratttfe mad)t mebt Slufwanb; ®er=barb würbe fdjwerltd) 31 ©tropbett über Dürre gereimt, unballe Kräftebereitet" haben, um ein Dattflieb füt-9tegen ju fingen. 583er SBeiberSRorgen* uttb Slbenblieber »ergteidjt, trifft am näd)fteu auf il)te 93erfd)ie=benbeit: ©erbarb halt jtdj mehr bet ber ©elegenbeit auf, granefe bet berSlnbadjt. Die Slnbadjt ift btefetn ©egenftanb unb ©adje, bei ©erbarbaber ©ruiibgefül)!, bad eine äußere ©elegenbeit ttt ^Bewegung feßt. 3 »grantfed Duellen muß matt bte fßropbcten bed alten Dcftamentd jabtnjutedjnctt, bie feinen Siebern etwad ntuftfalifdjercd geben, ald ®er=barbd l)»ben: habet begegnen and) in feinen ©efängen fo oft jene ge=baltoolletr ©äße ber 58ibel: SRutt läffeft hu mich tu grieben fahren; td)weiß baß mein Srlöfer lebt; o Dob wo ift beitt ©tadjel u. bergt., nad)betten efjättbel fo begierig griff. S83ie bei ©erbarb fo ift bei ihm tiid)td»on jenen ©djrecfendtbeorteit; and) ®t ftebt unter ben wenigen, beneitihre ©ottedliebe felbft ihre Settiibniß unb ihren Äumtnerju 3»der"madjt, ber betn 3rbifd)en unb aller gurd)t Droß bietet, unb ber im Do=ben ber 583eltfteßt unb ttt gar ftd)erer 9tut)e fingt."