232 (Antritt beß Jtunjtcfjavaftcrß bei' neueren Seit.
auf bie beutfdje ©pradje gewirft f)at, gel)t unß nid)t an ju würbigeit,auf bie 3Md)iuitg (benit aud) jebe ©rantntattf pflegte bie fßtofobie juberühren) wirfte er nur fd)ted)t. (St öeradjtet fd)ou bie fßoejte bet* Sitten,f)ält bie gorm beb antifen ©djaufpiclß für veraltet, unb meint gegenitnfere djriftlidjeit Stoffe feien bie griedjifdjen fSJtaljrlein öont trojanifd)ettjfrieg nur Slffenwerf unb Äinberfpiel. 2ßaß SBunber, Wenn er bafjerneben ©caliger ftd) fd)on profobtfd) breiter madjen barf unb alle biepteißwürbigen bid)terifd)en ©attungen aufjäfyleit unb burdjgefjcn fann,bie feine greunbe an ber fßegnit) erfnnben tjatten, unb non betten baßeinfältige 2lltertl)um freitid) nidjtß muffte, bie Siingelreime, SSilberreimeunb Seberreime, bie SBtebetf elfte unb äßiebertritte, bie ©d)iller= unbÄlappreime, bie (Sdfo’ß unb Stetmmejfter, unb alte bergleidjen Ätnbereicn,bie wir gelegentlid) an Ort unb ©teile wollen feunen lernen.
2ßte SSudjttcr von Opifc alß Sfjeoretifer nidtt getrennt werben barf,fo fftaul glenting atß3)id)tcr. (Sr war von©eburt(1609) einSadjfeunb ftarb in jungen Sauren (1640) in Hamburg. 3tt ber furjen Seitfeineß Sebenß Ifatte er nid)t viel Bon feinem bcutfdjen SBatcrlaitbe unbfein 93aterlanb nidft viel von ilfin. £>ieß mag bie Urfadje fein, warumfein 9tuf tn ber näd)ften 3^tt beit Bon Dpi!) nid)t erreid)te: er Ifatte feineSßefotberer, er war fein jfriedjer unb ©d)meid)(er, er war in feiner©dfttle unb fjatte feine ©d)ttle. (St flefjt unter feinen Sanbßleutcn foallein wie Sefftitg fpater; wenige uitbebeutenbe gtetutbe gruppirteit ftd)um iljn; baß @efd)rei Poti Dptjj übertaubte feine in beit 30er SaurenVereinzelt erfd)iettenen lateinifdfeit unb beutfdjen ©ebtdfte, unb atß fte(1642) gefammelt würben 137 ), war er tobt, unb bantalß fdfieit man
©btadje mit „efeloofterem SJtaut" greifen, nie @r in feiner SobeOflage ber Ijinfietbenben©etmania:
— äßer i^re 3iev mit ^liefern burdflapbet,mit ecfeloollem Sltaul ttarf; ftömbben SBorten frfjnappet,iji feines btamens geinb, ein ©dflüngel unb ein Oedt,nimbt, mir jur ©djanbe, an für ®olb nur lauter ®re<{.
®r mit ben ©ontebufdj in greffe Sffiälbet tragen,er brennt ein ftinfenb Del bet fonnenliedften Sagen:er mriftit ei mache erft ben fdfönen Stpftallquellfein ©peicbel unb fein .Soil), burcbftdftig, fdfön unb bell.
137) tp. gleming’S teutfdfe f|3oemata. Sübed. s. a. (1642.) — 3n feinem bialferfaunt befannten Promus miscellaneorum epigrammatum et oilarum, Lips. 1631.ftnb and) einige beutfefje ©ebtdfjte, bie in bie teutfdjenfpoemata nicht aufgenommen finb.Sappeitbcrg beforgt eine Dolljiänbige Slitägabe Don gleming’8 Sffietfen.