2(5 Oiücftvitt ber ®ic^tung auä beut SBolfe unter toie ©elcfnten.
Sieujjner’S (1471 — 1503) Swinlwliim liegt 26 ). 33icS I)aben ftc aud)mit beit Siebern von 9Jttrf)nc( äöeif (| c*. 1540; gemein, ber btc f>ufftti=fdnm ©efänge überfeine unb 1531 511 3unglnm$el betaudgab 27 ), einigeSieber aud) fcllft ttiadnc, bic in bic lutberifdjeii ©efangöüdjer Bielfad)übergingen. 2lud) fte ftnb gleidfam mtl; 0 1 0 gifd)er, weil ftc il)rc SeinenBiclfad) an bie ©rfdjeinuug (Sbrtfti unb beffen fßerföitlidjfeit aitfnüpfen;fte tfteilen ben allgemeinen 3 'Bed, beit ©ruft jitin öfterrtt wteberfteiien unb Baut Sßeltftun abjurufen Sie fteljen, wie muftfalifd) ft» and)tcrtlid), tu ber SDiitte jmifdjett ben latctntfd)-'fatl)olifd)en ©efaugen unbben beutfd)4utl)ertfd)en, nid)t allein, weil fte tl;ciltBeife aud ben lateini*fd)en überfeftt, unb aud), wo fte original ftnb, an biefc erinnern, foitbcrnand) baruni, weil fte ttod) ftetö in ber ©cfamnttbeit, allgemein, fatbolifd)rebett, ber etnjclneiStdjler ittdft tarnend feiner eigenen©ntpfinbuitg, fott=beim alb üBcrtreter ber ©emeinbe barin auftritt, worin bie cBangclifd)enSieber, bie aud) ibrerfeitö, wie bte gattje Seljre tl>nt, baö SnbtBtbunntfrei geben, ben fal£>olifd)cit entgegen ftebett. 2)icfc Sieber ferner ftnb Bottgrößerer ©elaufigfeit, alb Biele aitbere ber Seit, battfbarer für bie iiiufi»faltfdje ^Begleitung, tute beim bie böfjntifdjeit SBtüber ihrer SJhtftf rtttbil)icd ©iferd für ben ©efang wegen befaitnt waren. Sie nerratben ineinem gewiffett gluffe uitb ©ewanbtbeit ber ©ebattfen, baf aud) fte inSeiten gröberer öffentlicher 9?otb eittftanben ftnb, ba fte 311111 3d)cil Bon•jpitjj unb ben Saboriteit ttod) betrübten; fte tragen ben ©barafter leben*bigerer SBitfung unb gröberen, öffentlichen ©ittfluffeö an fid). Sind) btcSieber 28 ) bed ©radinuö Sllöerud (f 1553) erlernten ftd) fogleid) in einemfd)arfen SSejuge auf bte Seit bereiften heftigen Slnfedjtuitgeu, btc baö
26) SGBaö lebet, ba« ftirbt butd) Stbam’ä Dtctf),
SBa« ftirbet, ba« lebt bureß Glfrifti Sieb.
27) töan« äkrnier brudte bie« ©efangbud) ber Ißicarben in Vilm 1539 »lebet.1560 erfd)teit e« in Otürnberg in vercinberter 9üt«gabe butd) einen ber 6ö(nnifd)en Sielte*ften, unter beren Slufjldjt Sßeip feine Slrbeit gemad)t tjatte, 3ol). .gern. Sie Hatten ifmtBei feiner ttebcrfc^ung, ba er be« ®eutfd)eu viel mächtiger »ar, vertraut, fpäter aberentbeeft, bafj et in ben 9tad)tmal)lliebern „fonberlidfen Sinn, beut ibren faft ltngleid)"cingeftodjten Habe: baf „ba« Stob unb 3®ein teflament«»eife Seih unb ffllut SHrifitfei", u. bergt. 3n biefer gorn’fd)en Sluvgabe ift bafier ein Sieb »ie ba« „Sljriflu« bergm vergofj fein 93lut" weggelajfen, in bent mehrere Stellen begegnen biefe« Sinne«:
©af nad) @l)tifti SBort bie« S3rct tejlamentlid) fei;fein Cei6 u. f.
28) 3Bir fennen beren eine jiemlidje SlitjaHl au« füiegenben SJtättern unb au« einervorttejflidjen Sammlung gcifi!id)et Ißfalmett. Diürnbetg 1607.