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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
496
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Erläuterungen.

Strophe 24.

,,Toch räch' ich mich. Laß also schlimm verdungenDer Lohn selbst durch den hohen Sitz der Ehren;

Wenn man ihn selten weise» Ri tern spendet,

Wird oft er gierigen Schmeichlern ;ugewe»del."

(Fonseca.) Es ist ersichtlich, daß diese sehr bittere Stellenicht bloß den beiden Brüdern Jesuiten, welche den jungen KönigDom Sebastian leiteten, sondern auch den mit dem Dichter gleich-zeitigen Schriftstellern Portugals galt.Warum (spricht derschon Eingangs in Camöes' Leben cilirte Francisco Dias G o -mes in Bezug auf Sa de Mira »da, Ferreira, Ber-nardes und Ca min ha)" spendeten sie Camöes nicht dasgroße Lob, mit welchem sic so freigebig waren gegen alberne undverdienstlose Dichter? Die Ursache ist klar. Diese vier Dichterwaren wohlhabende Edcllcute, welche cs ihrer Würde gemäß fan-den, andere reiche Edelleute zu loben und zu rühmen: Camöesjedoch, obgleich von adliger Geburt, war ein ausgezeichnet ge-lehrter und geistreicher, aber auch ebenso armer Dichter: Eigen-schaften, welche zu allen Zeiten Neid und Geringschätzung er-weckt haben; cs scheint, als erachtete es der Ncichlhum für eineSchande, ein vom Unglück bestürmtes Talent zu verehren; wiejene Dichter sich gewissermaßen an dem ihnen an Geist weit über-legenen Camöes dadurch rächten, daß sie, seine mit GlückSgüter»reich gesegneten Zeitgenossen, nie an ihn in seiner Armuth dachten,so rächte sich auch Camöes an ihnen, denn er erwähnt nirgendsdi- Dichtcrnamen B-rnardes, Caminha, Mirandaoder Ferreira."

Strophe 2 z.

Doch du, der solchen Helden schlecht geehret,

O Sürst, nur ungerecht auf dieser Seite . . ."

(sonleca.) Alfons dAlbogucrgue eroberte drei Kö-nigreiche für Portugal, und sein Dank vom König Dom Manuelwar, daß er ohne allen Grund seiner Stelle entsetzt wurde, undnach Lissabon zurückkehren mußte, bloß um seinem persönlichenFeinde den Genuß hoher Ehren und die Früchte blutig erkämpfter