Zehnter ' iV5
imng zukommen zu lassen: reich an Ehren, aber ohne alle Mit-tel die nothwendigsten Bedürfnisse hinreichend zu befriedigen, en-digte er sein Leben im tiefsten Elend."
(Nach Osooio, Villa (Uol-nei Dom glunuol.)
"O Bclisar!" so ruft sie, »ewig blinketDem Name hehr im trauten Musenkr-ise.
Sichst du in dir den Helden darbend enden.
Magst du zu deinem Trost zu Dem dich wenden! -- "
Belisar, Feldherr des Kaisers Justinian, hatte für seinenGebieter die Vandalen besiegt, über die Perser triumphirt undItalien von den Barbaren befreit; sein Ruhm war groß gewor-den und die Armee betete ihn an. Da wußten es Neid und Haßbei dem argwöhnischen Kaiser dahin zu bringen, daß dieser seine»treuen Diener zu fürchten begann und auf seine Popularität cifer-süchtig wurde. Geschickt wußte man alle scheinbaren Umstände,die Justinians schlimme Befürchtungen vermehren konnten, zu-sammenzustellen, bis sich der herzlose und undankbare, aber wohlauch schwache Fürst den Befehl entreißen ließ, Belisar, welcherihn dom Throne zu stürzen beabsichtige, in Ketten schließen undihm die Augen ausstcchen zu lassen; zugleich wurden alle seineGüter und Reichthümer cingezogen. Dann ließ man den altenblinden Mann laufen, nachdem er so schamlos geplündert wor-den, daß er in einer ärmlichen Hütte am Wege kauern und Al-mosen betteln mußte, wobei er die Worte murmelte: „Wanderer,gib ein Almosen dem Belisar, welchen die Tapferkeit erhöhte undder Neid blendete." (Neuerdings hat man den Nachweis gebracht,daß der der Theilnahme an einer Verschwörung gegen Justinianangeschuldigte Belisar wohl eingckerkert und seiner Würden undEhren beraubt, aber nicht, wie der Franzose M arm o ntel inseinem „vötisairo" sagt, auch geblendet worden sei- — Uebri-gens seßte Justinian , der sich bald von der Unschuld (eines Feld-herrn überzeugte, ihn S84 wieder in Freiheit (er wurde SS3 ver-haftet) ; allein der vielgekränkte Held starb schon 5V5,)