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Zehnter gesang.
wurde in den Hainen von den Nymphen erzogen. Hier sah ihnVenus, erglühte bald heftig für ihn, dessen Mutter durch ihreRänke so viel gelitten hatte, und ward durch seine Gegenliebe be-glückt. Doch Mars erhielt Kunde hiervon, und um sich die treu-lose Geliebte wieder zuzuwenden. aber auch zugleich sie zu bestra-fen und sich eines Nebenbuhlers zu entledigen, schickte er einesTages dem eifrig jagenden Adonis einen wilden Eber zu. Ob-gleich Venus den Geliebten immer zärtlich vor allzukühncn undgefährlichen Abenteuern gewarnt, griff er doch das Unthier anund bezwang es nach wildem Kampfe. Allein er selbst trug einetödtliche Wunde davon. so daß die von dem Unfall benachrich-tigte Venus trotz ihrer großen Eile lwobei sie die Weißen Füßchenan den Dornen ritzte, so daß die bisher weißen Rosen nun vonden einzelnen Blutstropfen die rothe Farbe annahmen) doch denJüngling auf dem Rasen liegend und sterbend fand. Sie ver-mochte ihn nicht mehr zu retten. Die Thräncn, die sie um ihnweinte, verwandelten sich nach des Dichters Zeugniß in Anemo-nen. und die Blutstropfen des Sterbenden wurden Rosen.(S. weiter Minckwitz Mythol.)
Zehnter Gesang.
Strophe 1.
„Schon lenkt der Sonnengott, den einst betrogenEoroniS treulos . . . ."
(Fonseca.) Coronis. auch Larissea (nach ihrem Ge-burtsorte in Thessalien) genannt, war die Geliebte Apolls, dermit ihr den Aesculapius erzeugte. Da sich aber Cor onrsso weit vergaß, sich während ihrer Schwangerschaft in -in anderesAebesverhältniß einzulassen, so erschoß er sie in einem Anfall fer-nes Zornes mit seinen nie fehlenden Pfeilen. Bald reute ihn dieThat. und so nahm er wenigstens die Frucht ihres Leibes, fernenSohn Aesculapius. und gab ihn zum Centauren Chiron, da-mit ihn derselbe aufziehe.