Vierter Zesaitg. 4jg
ruhen, auf ein gewöhnliches niedriges Feldbett, welches sich ebenvorfand, bis daß man ihm irgend ein Pferd bringen würde, daser dann besteigen könne. Er hatte Dom Pedro de Castro undBasco Pires de Camöes mit sich genommen, und als er so mitden beiden Edelleuten sprechend dalag, erschien Antäo Vasques deAlmada, eingehüllt in das köni g li ch e B anner von Kasti-lien , welches er dem Könige brachte, indem er gleichsam einenSi-gestanz mit gewisser Grazie aufsührte. Der König sprach erstkein Wort dazu, sondern lachte und war fröhlich; dann gab erBefehl, die Trophäen zu verwahren,"
Strophe 42 .
„Kastiliens König sieht sich ganz vernichtet.
Er, der so stolzen Plan in's Werk gerichtet,"lFonscca.) „Man kämpfte auf gleichem Kampfplätze, undohne das Vorhandensein irgendwelcher den Einen oder den An-dern begünstigender Vortheile, ausgenommen, daß das HeerKastiliens die Sonne im Rücken und eine ungeheure Ueberzahlvon Streitern hatte. Und dieses große Heer mit der Blüthe derspanischen Ritter war in weniger als einer halben Stunde durch sSchwert vernichtet, so daß der König Don Johann vonLastilien, als er die vollständige Niederlage der. Seinen er-blickte und keinen Ausweg sah, einen so Ungeheuern Schadenwilder gut zu machen , sich, trotzdem daß er fieberkrank und sehrschwach war, auf ein Roß schwang und in jener Nacht neun Mei-len zurücklcgte (so viel beträgt die Entfernung vom Schlachtfeldbis Sanctarem); von hier reiste er zu Meer gen Sevilla, kleidetesich in Trauer und gebehrdete sich tiesbetrübt, indem er Jedem, dersich darüber verwunderte, sagte' „daß dies nicht deshalb geschehe,weil er eine Schlacht verloren, da dergleichen zwischen zwei krieg-führenden Parteien etwas Gewöhnliches und Natürliches sei,vielmehr deshalb, daß er einem so kleinen und so schlecht bewaff-neten Häuflein unterlegen, von dem er sich eine Niederlage durch-aus nicht versehen hätte,"
Dieser und noch viele andere Siege, welche der König Johanndurch das Talent und die Tapferkeit seines Kronfeldherrn Dom
CamöeS, Die Lusiade»,