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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
441
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Dritter Mang. 441

Strophe IL6.

Nicht lauge Zeit verstrich, als wilde RacheDom Pedro nahm für jene Todesstreiche re."

(Fonseca.)Schon verwittwet, gelangte Dom Pedro zurRegierung, wo er sich durch strenge Handhabung der Gerechtig-keil, die er ohne Ansehen der Person walten ließ , auszeichnete.Er schloß mit Castilien -inen Vertrag rücksichtlich der Auslieferungder Majestätsverbrecher. Dann ließ er Pedro Coölho und AlvaroGon?alves ergreifen, weil diese sich mit dem Blute seiner GattinDona JneS besudelt hatten. Auf seinen Befehl wurde den beidendas Herz herausgerissen: dem Einen durch die Rippen, dem An-dern durch die Brust, dann verbrannte man die Leichen auf einemScheiterhaufen. Dieser Racheact verschaffte dem Könige den Bei-»amen des Grausamen. Diego Lopes, der bei demselben Ver-brechen bcthciligt gewesen, wurde bei Zeiten durch einen Bettler ge-warnt und entfloh. Außerdem war Dom Pedro sehr freigebig:gleichwohl hinterließ er, ohne die Unterthanenbedrücktzu haben, sehrreiche Schätze der Krone. Es war seine Gewohnheit, in eigenerPerson durch sein Land zu ziehen und von den Verhältnissen sei-nes Volkes sich Kunde zu verschaffen, wo er Jedermann gerecht zuwerden verstand. Er strebte mit bestem Erfolg dahin, Alle zufrie-den und sicher zu machen: mit unerbittlicher Strenge säubert- erdie Straßen und Landschaften von Räubern und Missethätern,die er sammt und sonders am Leben strafte."

^L6V6tlo, blpitomo ela hist. Port.

Strophe Iii8.

Von Perro, der gereckt und hart regierte,

Entstammt' <wle doch Natur hier mochte spielen!)Fernand, dcss' träger, schlaffer Sinn nicht spürte.

Was »oth dem Reich; der, als die Feinde fielenHerein mit Macht, beinah' zum Ende führteSo Land als Volk re. . .

lFonseca.)Das Reich wurde beinahe ganz durch die Casti-lier verwüstet, weil Dom Fernando keinen Frieden und freund-schaftlichen Vergleich zu Stande zu bringen vermochte, (der