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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
407
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Erster gesairg. 407

Strophe 4».

Gen Prasso stiegt der Recken Schiff geschwinde . . .

Das Vorgebirge Prasso, seht Labo-äas-oorreuios (Kapder Ströme) genannt.

Strophe 46.

Der Eingebornen Farbe ließ errathen.

Daß sie entstammt dem Wagestück, dem kühnen.

Bei dem Phaeton toll verbrannt die Erde,

Bis Zeus ergrimmt dem tollen Treiben wehrte.

Phaeton, ein Sohn des Sonnesgottes Helios und derOceanide Klymene, wurde durch die Neckereien seines Jugend-freundes Epaphus, der an seiner Abstammung vom Sonnengottselbst zweifelte, bestimmt, seinem ihn zärtlich liebenden Vater dasmit dem stärksten Götterschwur besiegelte Versprechen abzulocken,ihm einen Wunsch gewähren zu wollen. Zum großen Schreckendes Vaters verlangte der Sohn nun, daß er ihm auf Einen Tagdie Lenkung des Sonnenwagens anvertrauen solle, um so allerWelt darzuthun, daß er wirklich sein Sohn sei. Allen Vorstellun-gen und Bitten des das Schlimmste ahnenden Vaters widerstehend,drang der eigensinnige Jüngling auf die Erfüllung des väterlichenWortes. Als Helios sah, daß er nichts dagegen vermochte, be-lehrte er wenigstens so sorgsam wie möglich den tollkühnen Sohnüber die Führung des wilden Gespannes und die einzuschlagendeSonnenbahn. Muthig stiegPhaöton aus den Pforten des Sonnen-palasteS zum Aether empor. Doch nicht lange war er Herr derungewohnten Stellung. Die entsetzliche Höhe des Pfades und dieungeheure Tief- des Abgrundes machten ihn schnell schwindeln ; diefeuersprühenden Rosse merkten nicht sobald, daß -ine ungewohnteHand den Zügel führe, als sie auch schon begannen aus der vor-geschriebenen steilen Himmelsbahn abzuweichen. So irrten sie zuerstseitwärts an den nördlichen und hyperboräischen Völkerschaftenvorüber, welche von der plötzlich über sie hereinbrechcnden Hitze so