Zehnter Mang. gjz
6 .
Die schöne Nymphe sang in Silberklängcn, —
Gar lieblich hallt's im hohen Saale wieder;
Der Instrumente Tact schmilzt in Gesängen,
Begleitend sanft die sinnig zarten Lieder.
Und schnell verstummt, so wild auch erst ihr Drängen,Der Winde Schaar; sanft murmeln nur herniederDer Wasserfall, die Fluth, um cinzusingcnDes Haines Wild, und es zum Schlaf zu bringen.
Mit süßem Laut die Nnmphe will erhebenDie hohen Recken, die nach neuen WeltenGeforscht; die Proteus kannt' am hohen Streben,Als ihre Segel kühn im Fluthreich schwellten.
Sie weissagt, was im Traume hat gegebenUnd dann in fernen Meeren Zeus den Helden;Hoch rühmend will die Sängerin berichtenGar treu und wahr die herrlichen Geschichten.
8 .
Nur der Kothurn, doch nicht der Soccus findetDie Kraft, zu schildern, was am ZauberstrandeDes Weltmeers hehr die Nymphe hat verkündet.Was Jopas nicht, noch Demodokos kannte.
Hier, o Kalliope, sei mir verbündet,
Dich rus ich an: hilf mir im schweren Stande!Denn lohnend kann nur deine Huld mich zieren,Sonst muß die Lust zu dichten sich verlieren.