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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
345
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Zehnter Mang. gjz

6 .

Die schöne Nymphe sang in Silberklängcn,

Gar lieblich hallt's im hohen Saale wieder;

Der Instrumente Tact schmilzt in Gesängen,

Begleitend sanft die sinnig zarten Lieder.

Und schnell verstummt, so wild auch erst ihr Drängen,Der Winde Schaar; sanft murmeln nur herniederDer Wasserfall, die Fluth, um cinzusingcnDes Haines Wild, und es zum Schlaf zu bringen.

Mit süßem Laut die Nnmphe will erhebenDie hohen Recken, die nach neuen WeltenGeforscht; die Proteus kannt' am hohen Streben,Als ihre Segel kühn im Fluthreich schwellten.

Sie weissagt, was im Traume hat gegebenUnd dann in fernen Meeren Zeus den Helden;Hoch rühmend will die Sängerin berichtenGar treu und wahr die herrlichen Geschichten.

8 .

Nur der Kothurn, doch nicht der Soccus findetDie Kraft, zu schildern, was am ZauberstrandeDes Weltmeers hehr die Nymphe hat verkündet.Was Jopas nicht, noch Demodokos kannte.

Hier, o Kalliope, sei mir verbündet,

Dich rus ich an: hilf mir im schweren Stande!Denn lohnend kann nur deine Huld mich zieren,Sonst muß die Lust zu dichten sich verlieren.