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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
346
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Die Lussaden.

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9 .

Die Jahre schwinden; von des Sommers Tage»

Die letzten schon zum kühlen Herbst sich wenden;

Das Schicksal zwingt den Genius zu Klagen,

Ob dessen Werth mich Ruhm und Stolz nicht blenden.Bald werden Gram und Noth zum Strom mich tragenDer Lethe, um im ewigen Schlaf zu enden.

O Musenkönigin, nur du kannst geben,

Wodurch mein Volk ich rühmend mag erheben!

10 .

Die schöne Göttin sang, es würden fahrenVom Tejo mächtige Flotten durch die Meere,

Die Gama erst entdeckt; daß kühne SchaarenBesiegen würden kühn der Heiden Heere,

Um Herrschaft sich in Indiens Reich zu wahren;

Die Heidenfürsten würden bald die SchwereDes Zorns, die Macht des tapfer» Arms empfinden.Dem nimmer sie Gehorsam wollten künden.

II.

Sie sang von Einem, den in Indiens Landen,

Auf Malabar, die höchsten Würden preisenAls Priester, daß <weil er die festen BandenDer treuen Freundschaft schnöd nicht mag zerreißen,

Die Helden hohen Ruhmes bei ihm fanden)

Er dulden muß, daß wilder Krieger Eisen

Und Mord und Brand sein Reich in Trümmer wandeln

So würd' ihn feindlich Samorin behandeln.