Druckschrift 
Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
186
Einzelbild herunterladen
 

18k

Die Lusiaden.

51.

-Einst war ich einer von den Erdgiganten,

Mir waren Ccntimanus, Egens Brüder;

Ich hieß Adamastor: im Kampfe standenWir gegen De», der wilder Blitze Hüter.

Als Jene stürmend zum Olymp sich wandten,

Stieg ich zur Fluth des Oeeans hernieder:

Ich wurde Herr des Meers, wo nach dem GotteDer Fluth, Neptun, ich sucht' und dessen Flotte.

52.

-Wohl moeht' ich manches Abenteuer wagen,

Seit ich für Pelcus' Gattin heiß entbrannte;

Nie weiht' ich den Olympierinnen Klagen,

Da ganz sich meine Gluth zu Thetis wandte.

Einst sah ich mit entzückendem BehagenSammt Nereus' Töchtern nackend sie am Strande:Da faßte mich ein licbetoll Verlangen,

Die wundervolle Schönheit zu umfangen.

53.

-Als sie zu rühren nie mir sollt' gelingen,

Weil mein Gigantenthum erregte Grauen,

Beschloß ich, mit den Waffen sie zu zwingen,

Und Doris zog ich drum in mein Vertrauen.

Bang wagt's die Göttin ihr zu hinterbringen;Doch lachend spricht die lieblichste der Frauen:Mas mag zur Lieb' die schwache Nymphe reizen,Wo sich des Riesen plumpe Glieder spreizen?