Druckschrift 
Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
163
Einzelbild herunterladen
 

vierter Mang.

163

9 «>.

-O wilder Sturm des Lebens, der Gemüther,

Der Trennung und des Eh'bruchs trübe Quelle!Leichtsinnige Verschwenderin der Güter,

Die Thron und Reich führt an des Abgrunds Schwelle!Man nennt dich ruhmreich, höchster Würden Hüter,

Wo schwerer Tadel fände bessre Stelle;

Man nennt dich Glorie, hochcrhab'ne Zierde,

Daß leichter man ein thöricht Herz verführte!

97 .

-Zu welchen neuen, schweren MißgeschickenRegst auf du dieses Land und diese Schaaren?

Welch Unheil und verderbenschwangre TückenMagst unter falschem Schein du für sie sparen?

Mit welchem Trug suchst du sie zu berücken,

Von Ländern, reich an Gold und seltnen Maaren?Mit welchem eitlen Ruhm und falschen Ehren,

Mit welchen Siegen willst du sie bethören?

98 .

-Doch du, Geschlecht des ewiglich Verdammten,

Von dessen ruchlos sündigem Vermessen

Nicht bloß dein Fall, Tod und Verbannung flammten

Aus jenem Himmel, den du einst besessen,

Du, das vom Stand der Unschuld, der gesammtenGlückseligkeit, weil du des Herrn vergessen,

AuS goldnen Alters Zeit einst wardst verstoßen,

Daß Kampf und Schmerz nur blieb dir ruhelosen:

ll'