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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
155
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»Die Stirnen Beider kränzen frische ZweigeBon unbekanntem Baum und Wunderkraute,Der Eine scheint fast an des Lebens Neige,

Als ob er lange, weite Wandrung schaute.

Und seines Stromes Fluth, die wellenreiche,Spricht seltsam fremde, unverstandne Laute.Arkadiens Alpheus drang in SyracusaEinst so zum Quell der Nymphe Arethusa.

73 .

Und dieser, ernster von Gestalt und MienenIm langen Bart, sich jetzt zum König kehret:

-O du, dess Reich und Krone längst verdienen,Daß ihnen Macht und Weltherrschaft beschecret:Wir, die mit Ruhm im Osten längst erschienen,Die nie ein sklavisch Loos, ein Joch beschweret:Wir mahnen dich, daß bald du mögest senden,Tribut zu nehmen hier, den reich wir spenden.

74 .

-Ich bin der Ganges, der so viel besungen:

Ein Strom aus Eden wall' ich auf der Erde;Sieh hier den mächtigen Indus, der gedrungenAus diesem Felsen auf der ersten Fährte.

Wir werden nur durch rauhen Krieg bezwungen,Doch wenn du trauest deinem töpfern Schwerte,Daß nie du weichst, wie auch die Feinde toben,Wirst du zum Herrn von vielem Bolk erhoben.-