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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
154
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Die Lusiaden.

löi

69 .

Hier sicht er einstmals sich so hoch gestiegen,

Daß mit dem Haupt er ragt zur ersten Sphäre;

Der Welt verschiedne Theile vor ihm liegen,

Ein seltsam Land und Volk, des Erdballs Meere;Dort, wo sich rosenfarbne Wölkchen wiegen,

Ersteht das Tagsgestirn, das ewig hehre,

Und hier, inmitten hoher Bergesriesen,

Sieht er zwei wunderbare Quellen fließen.

70 .

Auf waldigem Gebirg rings Thiere wohnen,Der Vögel Schaar, des Wildes reiche Hcerden;Des Urwalds zahllos dichtverwachsne Kronen,Gesträuch und undurchdringlich Unkraut wehrtenDen Zugang zu der Berge Regionen,

Die, fern dem Menschcntreiben, deutlich lehrten,Daß nie seit Adams Fall ein menschlich WesenSich dies Gebiet zum Wohnsitz auserlesen.

71 .

Zwei Ströme hier sich seinem Blicke zeigen,

Als lenkten deutlich jetzt zu ihm die SchritteZwei Greise, uralt, die sich beide gleichen.

Von Anse^n und Gebehrde, wie von Sitte.

Des langen Hauptes Haar sie träufelnd neigen,Ein reiches Tropfenbad bei jedem Tritte;

Und Farbe schwarzbraun deckt des Leibes Glieder,Ans die ein langer, dichter Bart wallt nieder.