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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
125
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Dritter ijesaug.

132 .

So tauchten auch die wilden MordgcsellenI» Ines' Alabasterhals, den weißen,

«Der einst ob seiner Schönheit machte schwellenDas Herz des Prinzen) jetzt ihr kaltes Eisen;

Aus Lilien sieht man Bäche Blutes quellen,

Auf Blumen, die Sein Blick so hoch mag preisen.Mit Tigerlust sie rauhe Mörder schlachten.

Die wohl des Lohns der Unthat nicht gedachten.

133 .

Wohl mochtest du, o Sonne, ob der SchandeVerhüllet, weinen Lüstern Trauerregcn,

Wie damals, als Thyeft zu spät erkannte,

Daß seines Sohnes Fleisch vor ihm gelegen.

Der Thäler Echo, wär'st du doch im Stande,

Zu hören, was die Lippen macht bewegen:

O möchtest du, wo Boten nicht zu finden,

Weit in die Ferne: »Pedro! Pedro!> künden!

134 .

Der Maaßlieb' gleich, die vor der Zeit gepflücketOb ihrer Weiße mit dem zartem Schimmer,

Von rohen Kinderhänden schier zerdrücket,

Die sie gesteckt in's Haar als bunten Flimmer,Welk, duftlos, nun nicht mehr das Aug' entzücketSo liegt das holde Weib jetzt dort, um nimmerZum Leben zu ersteh'n, mit bleichen Wangen,Kall, blutbedeckt, und anzuschau'n mit Bange».