Dritter gesaug.
120 .
„Du warst, o Heide Ines, still zufrieden.
Es schwanden sorglos deines Lebens Tage;
Ein schöner Traum des Glücks war dir beschieden,Den ach ! zu bald nur stört die Trauerklage.
Dort, wo Mondcgo's grüne Fluren bietenGesunde Lust, sucht in dem BlumenhageDer Wiesen, auf den Bergen, in den AuenDein schönes Aug' des Themen Bild zu schauen.
121.
„Von deinem Fürstcngatten wiederklangenZm Herzen dir der Lieb' Erinnerungen,
Die stets, in deiner hehren Schönheit Prangen,
Sein geistig Auge hielten treu umschlungen.
Von süßen Träumen warst du Nachts umfangen,Tags von Gedanken, seltsam tief erklungen.
AuS Allem, was für dich er that und dachte,
Nur daS Bewußtsein seliger Liebe lachte.
122 .
„Und er verneinet, je sich zu vermählenMit Königstöchtern, andern schönen Frauen:
Nicht fürder magst du, reine Liebe, wählen,
Wenn dir aus holden Augen Glück soll thaucn. —Nicht kann der kluge Vater ihm verhehlen,
Wie so sein Thun gar seltsam anzuschauen, —lLängst hört' er's leis schon aus des Volkes MundestDaß abgeneigt der Sohn dem Ehebunde.