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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
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Die Lustaden

00.

„Doch Gott, dess Langmuth immer noch geschwiegen,Nicht strafend, was der Strafe langst verfallen,

Sei's, weil ihm mehr an Bess'rung mochte liegen,Sei's, weil er reichlich Gnade spendet Allen:

Bis hieher mochte Vaterhuld es fügen,

Daß unverletzt der König sollte wallenAuf Erden: jetzt sein Recht nicht länger duldet,

Was Jener an der Mutter einst verschuldet.

70 .

„So traf es, daß er, als die Stadt bezwungen,

In dieser ward umringt von Leonesen,

Weil er das Schwert im fremden Land geschwungen.Das Leons, und nicht Portugals gewesen.

Des Feindes Macht hält furchtbar ihn umschlungen(Wie oftmals wir dergleichen Fälle lesen);

Und von den Gegnern, die zum Kampfe drangen,Ward er bestegt, verwundet und gefangen.

71 .

,,O Held Pompejus, laß dich nimmer kränkenDen Untergang all' deiner hohen Thaten jNicht klage, will dich Nemesis beschränken.

Verleihend deinem Schwäher Sieg, dir Schaden;

Ob Phafls auch, Syene dein gedenken,

Ob Nord und Süd in Furcht vor dir gerathen,

Ob Länder kalter Zonen, ob der heißenDen Ruf von deinem hehren Namen preisen: