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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
91
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Dritter Gesang.

30 ,

Doch Fürst Alfonso, der von diesem StreicheVernahm, wahrt mächtig seines Enkels Krone;Nicht soll es gelten in dem Königreiche,

Daß selbst die eigne Mutter ihrem SohneDas Recht stiehlt mit dem neuen Gatten seigc.Sein Kriegerherz gebeut, daß nichts er schone,Wo schnöder Trug: nach kurzem UcberlcgenZieht er sür's Recht den alten tapsern Degen,

31 ,

Bei Guimarangis färbten sich die FlurenMit rothem Blut im wilden Bürgerkriege,

Wo, frech verleugnend menschlicher NaturenGefühl, die Mutter strebte nach dem Siege,

Um zu vertilgen ihres Kindes Spuren,

Voll Hoffnung, daß im Kampf es unterliege.Der Mutterpflichten mag sie nicht gedenken:

Zum Sinnlichen nur kann ihr Herz sich lenken,

32 ,

Grausame Procne! durch die ZauberinächteMedea furchtbar du! was Ihr begangen,

Als eure Wuth einst an den Kindern rächte,

Was ihrer Väter Bosheit angefangen:

Des Richters Spruch euch mild're Strafe brächteAls der Teresa mit dem Mordverlangen,

Den Vater Scylla hat dereinst erschlagen:

Teresa will den Mord des Sohnes wagen I