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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
55
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Zweiter Mang.

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42 .

Bewegt von solchem Anblick, solchen Zeichen,

Die selbst vermocht ein Tigerherz zu rühren,

Ihm Ernst und Unmuth schnell vom Antlitz weiche»,

Um frohen Sinn und Glück zurückzuführen.

Er trocknet bald die Thränen, und es neigenSich glühend seine Lippen zu den ihren,

Und dürft' er unbelauscht sie jetzt umfangen:

Ein neuer Amor sproßt' aus dem Verlangen.

43 .

Er schmiegt zu ihr sich, daß sie ruhig bliebe.

Wodurch nur Seufzer sich und Thränen mehren,

Wie es erweckt des Kindes Wehmuthstriebe,

Wenn cs, gestraft, sich muß beklagen hören

Von fremdem Mund: Zeus' Grimm zerschmilzt in Liebe;

In rosiges Glück will er die Zukunft kehren.

Da selbst er lenkt die Fäden der Geschicke,

Drum sagt er ihr mit süßberauschtem Blicke:

44 .

O schöne Tochter mein, nicht magst du zagen,Daß irgendwo Gefahren noch soll findenDein Lnsitaniervolk; still' deine Klagen:

Nichts mehr, nur diese nassen Augen bindenFortan mein Wollen; schwörend will ich's sagen,O Tochter: aller Ruhm soll matt verschwinden.Den einst errungen Römer selbst und Griechen:So glänzend wird dein Volk im Osten siegen!