Die Lusiaden,
57 .
In frohem Jubel schwand bei FestgelagcnDie Nacht den müden Schiffern hier am Strande;Sie» grünt die Hoffnung, die sie stets getragen,
Als jene Kunde scholl vom fernen Lande.
Ein Jeder trachtet, Weitres zu erfragen,
Ob Indiens Volk und Sitten hier man kannte.Selbst Solche, die vor Klcinmuth bangend grauten.Die weite Welt jetzt offen vor sich schauten.
58 .
Des Vollmonds Strahlen sanft und mild bescheinenIn Neptuns Reich die stillen Silberwellen;
Am Himmelszelt dem Sternenglanz, dem reinen,Gar heiter lichte Wölkchen sich gesellen.
Die wilden Stürme nimmer sich vereinen,
Aus tiefem Mccrgrund tobend aufzuschnellen;
Nur auf der Flotte wacht nach alter TitteDas Schiffsvolk in des Takelwerkes Mitte.
59 .
Doch als Aurora von dem RosenbetteSich hob, das wunderschöne Haar zu breitenAm reinen Himmel, wo an goldner KetteHervor die Rosse Hyperions schreiten —
Da schwirrt ein reges Leben, in die WetteVerdeck' und Schiffe zierlich auszuklciden,
Um mit der Flaggen festlich buntem PrangenDen Herrn der Inseln würdig zu empfangen.