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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
LXXXI
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Vasco da ffama.

einem Freitag <den 17. Mai) zu einem hohen Eiland, welchesder Pilot Malemocanaqua nicht recht deutlich zu unterscheidenvcrmvcbte, weil die Luft durch häufige Platzregen sich getrübthatte. Am nächsten Sonntag Morgens sedoch entdeckte er einigeGebirge, welche neben der Stadt Kali k nt liegen ; alsbald er-bat er sich das Botenlohn für die gute Nachricht aus. die erGama über das indische Festland brachte. Der Führerübermachte ihm mit großem Vergnügen das versprochene Ge-schenk ; noch am selben Tage gelangten sie bis zwei Meilen vorKalikut; und einige indische Barken mit Lootsen führten sie spä-ter auf den Ankerplatz der Stadt.

Ein Sträfling, welchen Gama an's Land zu setzen befahl,begegnete zufällig in der Stadt einem Mauren, der. aus Tunisgebürtig, sich M o n sa id e nannte. Nach freundschaftlichem Be-grüßen Seitens des Mauren, der sich freute und verwunderte,einen Menschen aus dem ihm noch wohlbekannten Gränzlandeseiner Heimath hier zu erblicken. veranlagte ihn der Portugiese,mit an Bord zu kommen. ihm unterwegs den Zweck der Reiseund die großen Gefahren und Mühen während derselben schil-dernd. Nach einem herzlichen Empfange befragte ihn Gama überdas endlich glücklich erreicht! Land. das vor ihren Blicken sichausdchnte. Der Maure gab die ausführlichsten Aufschlüsse überKalikut und dessen Herrscher, über die Eingebornen. die staat-lichen und gesellschaftlichen Einrichtungen derselben, über dasLand selbst und seine reichen Naturerzcugnisse. Gama entsendetehierauf an den König, der den allgemeinen Herrschernamcn S a -morin führte, eine Gesandtschaft, durch welche er um eineAudienz nachsuchen ließ, die der indische Fürst ihm auch zusagte.

Die Flotte der strengsten Obhut seines Bruders Paul daGama und des Capitains Nicolaus Coölho empfehlend, verfügtesich Vasco da Gama nach dem Lande. Zu gleicher Zeit hinicrließer die Weisung, wie beide Männer in dem Falle. daß ihm selbstirgend ein verderblicher Unfall am Land- zustoßcn würde. oderwenn sie während seiner Abwesenheit eine drohende Gefahr be-merkten, die durch ein längeres Warten auf ihn sie ereilenkönnte, ohne Verzug unter Segel gehen und einen andern Hafen