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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
LXXXII
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I.XXXII

' Mscodagama.

von Malabar aufsuchen sollten, um kort einige Gewürze einzu.nehmen und dann mit der Kund- von dem neuentdccktcn Landenach Portugal zurückzukehren, Er selbst könne hier nicht andersversahren, als in eigener Person den König von Kalikut zu be-suchen und ihm die Briefe zu überreichen , die ihm sein Monarchzu diesem Zwecke eingehändigt hatte; denn sie wären nun amZiel ihrer Reise und mit der Uebcrreichung gedachter Schreibenan den Samorin sei seine Mission erfüllt, Damit aber di-Schiffe nicht unnölhig ihrer Mannschaft beraubt würden, entschiedsich Gama, nicht mehr als zwölf Mann mit sich zu nehmen.

Zur selben Stunde, als sich Basco da Gama ausschiffte, ließihn der Catual oder indische Obcrrcgicrungsbeamte durch einenPrächtigen Tragscffel, eigens für ihn bestimmt, in Empfang neh-men, um ihn zum König zu begleiten. In einem dergleichenTragsessel folgte er ihm, während die Naircn (vornehmste indischeKaste» und die zwölf Portugiesen zu Fuß eine Art Ehrengardebildeten. Die Malabaren zeigten sich höchlich verwundert über dieFremdlinge, sowohl wegen ihrer äußern Erscheinung als auchwegen der kühnen, weiten Reise, die sie hieher gewagt hatten.

So gelangte Vasco da Gama endlich zu dem Palaste desSamorin, welcher ihn in einem Prächtigen Saale empfing. Alsder unerschrockene Gesandte des Königs Tom Manuel die schul-dige Ehrerbietung durch höfliches Bcrbcugcn gegen den mächtigenFürsten erwiesen, und seine Begleiter das Gleiche gethan, winkteihm der König, daß er sich dem Catel (dem reichen indischen Ruhe-bett) nähere, auf welchem er in liegender Stellung sich befand.Dann lud er ihn ein, sich auf einer der Stufen niederzulassen,welche rings um den Catel sich erhoben, während die Andern aufden Sitzen Platz nehmen sollten, die rings an den Wänden desSaales ausgestellt waren. Dann brachten seine Diener ans Be-fehl Wasser, um die Hände zu erfrischen. Rach dieser allgemeinenWaichung ließ er Allen Wasser und Feigen mit andern dort ein-heimischen Früchten reichen. Als dies Mahl beendigt, begann derKönig mit Gama zu sprechen, und zwar mit so lauter Stimme,daß sämmtliche im Palaste Anwesende sie vernehmen konnten.Aus den ersten Fragen, die der Samorin an Gama richtete, ersah