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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
LXIII
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Luis de Camöes.

LXIII

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die Gestirne; die Hcerdcn, die Hirten, die gefiederten Sänger;die Jagd, der Kampf; die Liede, die Eifersucht Alles end-lich findet durch die Poesie dieses großen Genius die lebensfri-schefic Darstellung in solch bezaubernder Schönheit, daß uns dieLcctüre seiner Dichtungen wunderbar auf den Schauplatz derScene versetzt, welche er dem Blicke vorführt; er versetzt uns insolche wonnige Augenblicke der Begeisterung, daß die Seele be-gehrt, ewig in jenem magischen Liebeszauber zu schweben, der,weit davon ihre Kraft zu schwächen und zu ermatten, ihr viel-mehr schwungvolle Kraft und Stärke, Bewußtsein und götter-gleichc Erhebung verleiht. Mit welcher heldenmüthigcn Ent-schlossenheit tadelt und verwundet und schleudert er nicht Blitzeauf die Laster und Verbrechen, selbst auf die der höchsten Per-sonen l Mit welcher Treue, mit welchen liebenswürdigen Farbenhat er nicht auf jedem Schritte durch seinen wundervollen Pinselalle Tugenden gemalt, die vielmehr im Herzen der Menschen wi-derglänzen sollten ! Camöes ist endlich einer derjenigen Schrift-steller, welche wegen ihrer allzuseltenen Eigenschaften die Bewun-derung der Welt und die ewigen Würdenträger ihrer Nationen sind.

Camöes, unterstützt durch seinen erhabenen Genius nicht we-niger wie durch eine hohe wissenschaftliche Bildung, gab über-haupt zuerst der Muttersprache den analogen Gehalt, und berei-cherte sie mit unendlichen Wörtern und Formeln, die entwederden alten klassischen Sprachen entlehnt oder in der unermeßlichenWerkstatt seiner gewaltigen Phantasie geboren wurden, indem erdie gesteigerten Verhältnisse einer einzigen Form mit fast allenden Ableitungen einsührte und in der glücklichsten Weise anwen-dete, welche in der lateinischen Sprache bestehen; ebenso be-stimmte er den Charakter der portugiesischen Sprache, indem ersie fähig machte, zum Ausdruck aller Dinge und Verhältnisse zudienen; er gab ihr Majestät, Harmonie, Klarheit und geistrei-chen, feinen Geschmack; er machte sie endlich geschmeidig für alleSchreibarten und fähig der höchsten und kühnsten Schilderungen;er verlieh ihr Eleganz, ohne der Klarheit Abbruch zu thun; Ei-genschaften , welche sich die Sprache der Lusitanier erhalten hatals beständige Erkennungszeichen ihres innersten Wesens,"