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Luis de Lamöes.
mälde dieses Genre ausführte, eben zeigte, wieso durchaus ge-eignet er für dasselbe war. Alle Personen seiner Gemälde nehmendie für sie Passendste Stelle ein. Seine Umrisse sind die freiestenund kühnsten, seine Tinten die sanftesten und glänzendsten. DieWahrheit seiner Darstellung steht auf dem höchsten Gipfel. DieLebendigkeit, die Größe, die Erhabenheit sind die hauptsächlich-sten Charaktere seiner Poesie, deren so hochwunderbarcs Elementsich darin zeigt, daß cs im Reiche des Ideals nie gekannte, niein eines andern Wesens Gedanken aufgetauchte Ideen aufsuchengeht, zu deren Darstellung der Künstler neue Tinten erfindet,neue Farben, so lebhaft, so kräftig, so voller Feuer, welche dasHerz des Lesers dergestalt bewegen, entzünden und durch ihreGlu,h zu verzehren drohen, daß der Geist, durchdrungen vomEnthusiasmus der Bewunderung, gleichsam gefeit, bezaubertwird, indem er gleichzeitig erhabene Regungen und neues In-teresse vor einem Gemälde empfindet, das, ohne eine Grundlagein irgend einer physischen oder moralischen Existenz zu besitzen,mit gutem Grunde aller Vorrechte des edelsten, des erhabenstenund kühnsten Originals sich erfreut, welches jemals in der phanta-stischen Welt der bezauberndsten Poesie gelebt hat. In solcherWeis- tritt uns das Herrliche, das ergreifend Wunderbare dergroßen, noch nie genug belobten Episode von Adarnastorentgegen in denLusiaden, der ersten Epopöe, die in Europain der Ottava rima gedichtet erschien. Außer diesen köstlichenEigenschaften, welche so glänzend die Lebendigkeit seiner Gemäldeund Kontraste hervorheben, ist die Abstufung und das Verhältnisder Tinten so vortrefflich gewählt, daß sie als ewiges Musterden guten Nachahmern dieses göttlichen Dichters gelten werden,dessen Verdienst das aller Dichter verdunkelte, welche vor ihmauftraten, vielleicht gar ohne die Hoffnung zu lassen, jemals er-reicht, geschweige übertroffen zu werden. Seine Poesie ist ganzdie Tochter der erhabensten, der allscitigst ausgebildcten Phan-tasie, sie gibt Allem Körper und Leben: die Gegenstände desSchreckens, die niedrigen, die weniger zierlichen sind mit denstärksten Farben und doch auch wieder init ganz vorzüglichemWohlanstande geschildert; Alles aber in einem um so viel höhern