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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
LX
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Luis de Camfies.

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Luis de Camöes (sagt Manuel Sevcrim de Faria) war vonmittler Statur, mit vollem Antlitz, das nach der Stirn zu -inenmelancholischen Ausdruck zeigte i er hatte eine längliche. in derMitte erhöhte und am Ende stark abgestumpfte Adlernase; seinHaar war hellblond. fast safrangelb. In seiner ganzen Erschei-nung war er höflich und anmuthig. besonders in seiner Jugend,und bevor er sein rechtes Auge verloren hatte. In seinem Um-gänge war er sehr gewandt, heiter und scherzend bis zu jenenTagen der letzten Jahre seines Lebens. wo ihn das allzuwi-derwärtige Schicksal mehr und mehr zu trauerndem Trübsinnstimmte.

Noch möge hier das Urtheil einen Platz finden, welches derbereits citirte Francisco Dias Gomes über den dichterischen Ge-nius des unsterblichen Verfassers der Lu finden aussprach.

Es ist schon so viel über diesen großen Mann gesagt wor-den. daß es müßig erscheinen dürste, noch mehr von ihm zusprechen; dessenungeachtet. und obschon bereits der Werth einesso bewundernswerthcn Dichtergcistes fcstgestellt und begründet istdurch die gerechte Verehrung, welche ihm Alle weihen. sei csmir dennoch erlaubt, noch etwas in Bezug auf ihn hier zuäußern. Luis de Camöes. in Lissabon geboren, ist ohneirgend welche Widerrede der größte Dichter nicht nur Portugals,sondern der ganzen iberischen Halbinsel. Seine Talente glänztenin mehr als einer Gattung. Die phantasiereiche Wiederspiege-lung. welche eben so höchst eigenthümlich, so völlig angemessenist der Großartigkeit der Ideen. die in seiner Einbildungskrafterglühten. war der vornehmste Gegenstand seines Pinsels. dernichtsdestoweniger, wenn er zur sinnlicher» Darstellung herab-sti-g. durch die wunderbare Geschicklichkeit, mit der er die Ge-