Luis de Camöes *.
Die wahrscheinlichste Ansicht über die Familie dis großenCamöes ist, daß Vaseo Pircs de Camöes zur Zeit, als der KönigHeinrich II, von Kastilien mit dem König Dom Fernando vonPortugal Krieg führte, aus Gallicien in das letztere Reich ein-«änderte, dessen Herrscher ihm viele Ländereien und Einkünfte alsEntschädigung für Das überwies, was er in Kastilien verlassen;aber er verlor später einen großen Theil dieser Güter, weil er sichder Verschwörung der Königin Dona Leonor gegen den KönigDom Joäo I, angeschlossen hatte,
Vaseo Pires verheirathete sich mit einer Tochter von GonpaloTenreiro, Admiral der Portugiesischen Flotten; aus dieser Ehegingen Gonoalo, Joäo und Constanpa hervor, welche alle inberühmten Sprößlingen das Geschlecht der Camöes weiter ver-zweigten.
Demnach stammt unser Dichter von dem zweitgebornen JoäoBaz de Camöes ab, welcber durch seine militairischen Tugendenim Dienste des Königs Alfons V, den <zu jener Zeit höchst ehren-vollen) Titel seines „Vasallen" erlangte. Er begründete zuCo'imbra ein Haus und im Kloster der Kathedrale derselben Stadtein prachtvolles Denkmal, Seine Gattin war Jnez Gomez daSilva; sie schenkte ihm den Sohn Anton Vaz de Camöes, wel-cher sich mit Guiomar Vaz da Gama vermählte. Von ihnenwurde Simon Vaz de Camöes geboren; dieser ging später alsCapitain eines Schiffes nach Indien, erlitt Schiffbruch an derKüste von Goa, rettete sich aber und starb nachmals in dieserStadt, Er hatte sich mit Dona Ana de Sa verbunden, einer
' Gesprochen: Luis di Kamohnlg)ish , und nicht, wie besomders von den Franzosen geschrieben worden: CamolmS,