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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
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die Kraft der Wahrheit, daß sic von jedem gebildeten Leser alswahrhaft und der ursprünglichen Lesart zukommend angesehenwerden mögen.

Nunmehr, nach Auseinandersetzung der Gründe, welche unsbewogen haben, diese Herausgabe zu unternehmen, und nach Be-zeichnung des Ziels, welches wir uns vorgesetzt, scheint es unspaffend, auch etwas über das Verdienst des Werkes selbstzu sagen. Und zwar werden wir, nachdem Alle über seine großenund unnachahmlichen Schönheiten völlig einstimmig gewordensind, und cs gleichwohl den Anschein hat, als zweifelten Einigean der Regelmäßigkeit seiner Construction, jetzt hauptächlich ver-suchen , anschaulich zu machen, wie sich in diesem Gedicht alleRegeln und Vorschriften streng beobachtet finden, welche Homereinst aus dem Studium der Natur geschöpft und nach ihm Aristo-teles als theoretische Grundlage aufgestellt hat.

Das Heldengedicht, oder, wie es in Aristoteles'Los poSlioa" genannt wird, dieEpopöia derLusiadenistdie Nachbildung einer hohen, ruhmwürdigenThat,in eilfshlbigen Versen erzählt, um die Bewun-derung und das Vergnügen der Menschen zu er-regen, besonders aber die Fürsten zur Aus-Übung hoher Tugenden au fzu fordern.

Nach Aristoteles soll die Handlung des Heldengedichts sein:

1) Eine einzige und einfache, d, h, mit einemeinzigen Helden; sie darf sich nicht in andere Haupthandlun-gen zersplittern;

2> eine berühmte, hohe, sowohl durch die deutlicheErscheinung des Helden, als auch durch ihren eigenen Glanz,

3j eine vollkommene und vollendete, so daß ihrnichts an ihrer Vollständigkeit fehle, noch auch daß sie vcrvoll-stänbigender Zusätze bedürftig erscheine;

4) von gewisser bestimmter Größe, d, h, nicht soausgedehnt, daß man nicht im Stande wäre, Alles lebhaft in derErinnerung zu behalten, noch auch so klein oder so kurz, daßman nicht vermöchte, alle Theile deutlich zu unterscheiden, ausLenen das Gedicht zusammengesetzt ist. Denn lum uns des näm-Lamöcs, Die Lusiaven, sbj