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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
XIII
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Vorwort.

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ratur aus geeignetem Wege und in würdiger Weise zum gei-stigen Eigenthum der eigenen Nation zu machen. Unddoch ist es zu beklagen, daß, während Dante, Pe-trarca, Ariosi, Tasso und viele Andere durch treff-liche Bearbeitungen seit lange einen guten Klang und Na-men bei dem gebildeten deutschen Publikum gefunden haben,kaum einer oder der andere Romanist das unsterbliche Werkdes Luis de Camöes kennt, das dieLiebezumVa-terlande und den Nationalstolz weckt im Hin-blick aufdie glorreiche Bergan gen heit, auf dieGroßthatenderAhnen; das die Fürstenlehrt,wie sie sich die Liebe, die Gut und Blut auf-opfernde treue Ergebenheit ihrer Völker ge-winnen; das den Unterthanen die loyale An-hänglichkeit an Thron und Vaterland, an denheiligen Christenglauben in der herrlichsten,rührend sten Weise schildert und zurNacheife-runghinreißt; das neben so vielen schönen und ergrei-fenden Schilderungen eine That besingt, wie sie in den sonstso bewundernswerthen Heldengedichten des Alterthums ver-geblich gesucht wird; in einer Sprache, in einer Formvoll-endung, die bis auf den heutigen Tag das unerreichte Mu-ster aller guten Schriftsteller der portugiesischen Nation ge-blieben sind, welche in Camöes den Begründer, den Vered-ln des melodischen lusitanischen Idioms verehren, der seinemVolke ein Denkmal aufgerichtet, das bestehen wird, so langeder Sinn für alles Hohe und Schöne im Herzen der Men-schen lebt.

Erklärt sich somit die Unbekanntschaft gerade der D eu t-schen mit diesem litterarischen Schatze, der als das erstewahrhafte Epos der Neuzeit nach den in unvergänglicherSchönheit bestehenden Heldengesängen Homer's und Virgil's