XII
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würdige Bearbeitung zu erwarten gewesen wäre. Erst dieneueste Zeit hat darin mehr Eifer gezeigt, und mit gespann-ter Aufmerksamkeit felgt das litterarische Publikum den Ar-beiten vorzüglich unserer jüngeren Romanisten, die zugleichauf dem Helikon heimisch genug geworden, um die süßen,schmelzenden und feurigen Accorde der Npmphen des Tagusund des Ebro belauschen, verstehen und im deutschen Ge-wände entsprechend wiedergeben zu können. — Dann abermuß es vorzüglich seit dem sonst jo geistreichen Voltaireressen eigenen und Anderer allzuseichten, ja erbärmliche»und jämmerlichen Kritiken und Beurtheilungen zugeschriebenwerden, daß die Deutschen, bis vor Kurzem noch nur zugern geneigt, alles französisch Gedruckte für baare Münzezu nehmen, durch diese überall vermitteln wollenden fran-zösischen Schriftsteller, von dem Werthe oder Gehalte desportugiesischen Heldengedichts durchaus zu wenig Empfeh-lenswerthes vernommen haben. Was Wunder, wenn sichda keine große Lust zeigte, mit eigenen Augen und Sinnendas Original zu erfassen, welches von witzigen (und somitnatürlich comxetentcn!) Kritikern, die ihre eigene unsäglicheBeschränktheit und Befangenheit selbst gar nicht kanntenund zu übersehen vermochten, als halb und halb verfehlt inder Anlage, ohne Zusammenhang, von zweifelhaftem Werthe— also als ziemlich ungenießbar — hingcstellt worden war kWohl spricht sich der treffliche Bouterweck in seiner„Geschichte der portugiesischen Poesie und Beredtsamkeit"entschieden anders aus als zumal die französischen Hyper-kritiker ; wohl wissen unsere Professoren der neuern Littera-lurgeschichte recht wohl, was eigentlich Camöes und seinEpos zu bedeuten haben ; aber leider sind die Männer derWissenschaft selten auch Lieblinge der Musen, um das vonibnen als wahr und schön Erkannte der ausländischen Litte-