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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
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XI
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Vorwort.

XI

machen, als es durch Gries, Slreckfuß rc. mit denHeroen des italienischen Parnasses der Fall ist. Unddoch weiset die Kritik aller gebildeten Völker dem DichterE a möes den nächsten Platz neben Homer und Virgilan ; und doch steht der Schöpfer der jetzt in zwei Welttheilenblühenden portugiesischen Nationalsprache an klassischer Bil-dung, an Feinheit, Geschmack und Eleganz des Stuls, angenialer Kraft der Phantasie kurz, als ein Dichter in deredelsten nnd höchsten Bedeutung des Wortes selbst von denrivalisirendcn spanischen und italienischen Schriftstellernnoch unübertroffen da, als Muster eines durchaus dichteri-schen Genius!

Fragen wir, warum gerade die Deutschen, das ammeisten von den Litteraturschätze» anderer Völker assimili-rende und erwerbende Culturvolk, noch so wenig von denÜusiaden" wissen, welche im Heldengedicht die Großthateneiner ursprünglich kleinen, aber ritterlich tapfer» Nationfeiern, ihre großen Verdienste um den Schutz des von denmuhamedanischen Mauren bedrohten Südeuropa's, so wiedie nicht geringer anzuschlagenden der Hebung der Seefahrtund des europäischen Handels nach Indien, und so VielesAndere, was interessant, merkwürdig und lehrreich ist,so lasse» sich allerdings mehrere Ursachen bezeichnen, die bisjetzt der genauem Kennlniß dieser Epopöe in Deutschlandenlgegenstauden. Einmal ist die portugiesische Sprache(wie auch die verwandte spanische Schwester) bei weitemnicht so bekannt und viel z» wenig in Deutschland betriebenworden'), als daß von unser» Nationaldichtern früher eine

*) Und dock sind beite für den der altclassischen Sprachen Kun-digen so lercht, so mübelos ;u erwerben, nnd welchen Genuß, welcheSchatze vermögen sie zu bieten !