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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
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Dichtern eine weit größere Freiheit innerhalb der metrischenSchranken, so daß in den Octaven und Sonetten 12, 13,15, ja 17 Sylben immer nur für I I gelten, - wovon imDeutschen gar keine Rede sein kann ; dann aber erfordert diegenießbare und möglichst treue metrische Uebertragungeines klassischen Dichtwerkes neben der poetischen Bega-bung und der technischen Fertigkeit selbstverständlich die er-schöpfendste Kenntniß der Sprache des Originals, wie nichtminder derjenigen, in welcher dasselbe nachgcdichtet und wie-dergegeben werden soll.

Außer diesen Bedenken verlangte zunächst die Frage: obdie vorhandenen deutschen Uebertragungcn derLusia-de n" des Camöes von der Beschaffenheit wären, daß dasErscheinen einer neuen gerechtfertigt werden könne eineBeantwortung. Nach den deshalb durch competente Richtervorgenommenen Untersuchungen, deren Resultat ich jeden-falls abzuwarten mich entschied, ergab sich,daß eineneue, nach der besten portugiesischen Originalausgabe zubearbeitende Uebertragung allerdings zeitgemäß erschiene,wenn in dieselbe mehr das Original möglichst nachahmendePoesie, mehr Formvollendung und Eleganz gebracht wer-den könne."

Die völlige Unbekannthcit vieler wirklich litterarisch ge-bildeter Leute mit dem herrlichsten poetischen Erzeugnis derromanischen Wett im secbszehnteu Jahrhundert, welche soweit ging, daß sogar in den gangbarsten Eonversations-leriken nur verkehrte und ungenaue Angaben über den gro-ßen Eamves und seine .Lusiaden" bis jetzt zu finden sind,drang mir, neben eigener Prüfung, die Ueberzeugung auf,daß es den bisherigen deutschen Bearbeitern nicht ge-lungen war, denmodernen Homer" der deutschen Lcsewelt,selbst der gebildeter» Kreise, nur halb so zugänglich zu