Die unsterblichen Gesänge des modernen Homer er-scheinen hier in einer neuen Uebertragung. Die Gründe,welche der geistreiche Baretti zur Berechtigung der Exi-stenz eines Buches unter andern forderte, glaubt auch derSchreiber dieser Zeilen für seine Arbeit im eigentlichen Sinneanführen zu können. — Inwiefern er sich dazu berufenfühlte, sollen die nachstehenden nothwcndigen Erörterungendarzuthun versuchen.
Bon dem intelligenten Chef der Arnoldischen Buchhand-lung, Adolf Hoffmann, aufgefordert, den zuerst von ihmselbst entworfenen Plan einer neuen deutschen Uebertragungder „Lusiaden" auszuführen, konnte ich mich zur Lösungeiner solchen Aufgabe nur nach mehrfachem Bedenkenentschließen. — Seit meiner Kenntnis der portugiesischenSprache und Litteratur waren mir die dem Auslande nochviel zu wenig bekannten „Lusiaden" eine Lieblingslectüregeworden; ich kannte aber eben deshalb nur zu wohl diebedeutenden Schwierigkeiten, welche sich einer Uebertragungim Bersmaaße (Octaven) des Originals entgegcnstcllten.Denn einmal gestatten in den romanischen Sprachen be-kanntlich die sogenannten eilfsylbigen Verse den südlichen
Canwes, Die Lusiaden. ^