Druckschrift 
Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Bald wuchs im herrlich klaren SonnenscheineDes Christcnthums der junge Staat zum Riesen,

Weil Treue, Muth, Gehorsam im VereineMit Gottesfurcht rings üppig sah n ersprießenDas Glück des Reichs, das ungetrübte, reine,

Das lange sollten Fürst und Volk genießen:

Den spätsten Enkeln wird von frommen Helden,

Von Lieb' und Treu' das Lied des Sängers melden.

Zu jener Zeit, als rings von Nacht umfangenEuropas Völker, Kunst und WissensschachtenVerschüttet lagen, und nur spärlich drangenHindurch die Strahlen, die den Tag uns brachten,Als wild Erobrer blutige Geißeln schwangen.

Und nur auf Raub und harte Knechtschaft dachtenDa ließ der Herr ein tapfres Volk erstehen:

Vor'm Kreuze sollte Mahmud's Trug vergehen!

Dann unter ihrer weisen Herrscher FahnenDrang kühn die Heldenschaar durch ferne MeereGen Osten vor auf niegckannten Bahnen,

Den Heiden bringend Christi Himmelslehre,

Kaum mochte sie im heiligen Eifer ahnenDer Großthat hohe Wichtigkeit und Schwere iEuropas Welt war an des Ostens PfortenDurch sie ein herrlich Reich erschlossen worden.

Wohlan, mein Volk! mag denn auch dich erbauenWas dir des Sängers Lieder treulich künden:

Wohl sind in Deutschlands segensreieben GauenDie wahre Lieb' und Treue noch zu finden!

Noch weckt Vertrauen wiederum Vertrauen,

Wo Weisheit, Kraft und Milde fick verbindenSo schön, wie sie auf Sachsenlandcs ThroneVereint jetzt unter güldner Rautenkrone,