Druckschrift 
2,2 (1826)
Entstehung
Seite
768
Einzelbild herunterladen
 

76S

Salze von Eisen.

fällt. Es ist hiezu nicht viel Chlor nöthig, und bei demKerzenlicht sieht man am besten, wann die Operation be-endigt ist, weil die Flüssigkeit, welche vorher grünlichscheint, roth wird. Man hört dann auf, mehr Chlor zu-zuleiten, weil dieses das schon gebildete Salz zerstörenwürde. Die Flüssigkeit wird filtrirt und in einem mithohen Wänden versehenen Gefäfse einer langsamen Ab-dampfung überlassen. Das Salz krystallisirt erst in nadel-förmigen, beinahe metallischglänzenden, zwischen gelb undroth spielenden Krystallen. Diese werden nun aufgelöstund umkrystallisirt, wobei man das Salz in schönen, ru-binrothen, durchsichtigen, bisweilen ziemlich grofsen Kry-stallen, von einer verwickelten Krystallform, bekommt.Diese Krystalle enthalten kein Wasser, d. i. sie könnenweder Eisenoxyd, noch CyanwasserstofFsäure enthalten, unddas Kalium und das Eisen stehen zu einander in dem Ver-hältnis, dafs beide eine gleiche Quantität Cyan aufneh-men, und dafs wenn sie, das erste zu Kali und das zweitezu Eisenoxyd, oxydirt werden, eine gleiche Menge Sauer-stoff aufnehmen. Das Salz besteht aus 35,68 Th. Kalium,16,48 Th. Eisen und 47,84 Th. Cyan. Wird dieses Salzin der Flamme eines Lichts erhitzt, so brennt es mit Leb-haftigkeit und sprühet knisternde Eisenfunken umher. InDestillirgefäfsen erhitzt, verwandelt es sich in gewöhnli-ches Cyaneisenkalium, giebt Cyangas und Stickstoffgas ab,und bei der Auflösung der geschmolzenen Masse bleibtein wenig Kohlenstoffeisen zurück. 1 Th. dieses Salzeslöst sich in 3S Th. kalten Wassers auf. Die Auflösungist gelb und wird als eine rothbraune Masse, die aus sehrkleinen Krystallen besteht, von Alkohol gefällt. Das Salzist jedoch in Alkohol nicht ganz unauflöslich. Die Auflö-sung dieses Salzes im Wasser ist das empfindlichste Rea-gens für Eisenoxydul, weil eine Flüssigkeit, welche nurdie geringste Spur davon enthält, grün wird, und wennsie einen gröfseren Gehalt von Eisenoxydul besitzt, Berli-nerblau niederschlägt. Auflösungen von Eisenoxyd, imGegentheil, werden davon weder gefällt noch verändert.

L. Ginelin hat gefunden, dafs mit Natrium, Am-