Sauerstoffsalze. 677
fläche auf. Wedgewoods Steinporzellan hält dasMittel zwischen achtem und unächtem Porzellan.
Steingut wird aus gemeinem Thon mit beigemeng-tem Quarzmehl verfertiget. Es ist ein gröberes Fayence,welches vom beigemengten Eisenoxyd roth oder röthlich-gelb gefärbt ist. Man glasirt es bisweilen mit Kochsalz,das in den Ofen geworfen wird und sich in Dämpfenan diie Waare anlegt, wobei auf deren Oberfläche dasNatron mit der Erde verglast und das Chlor entweicht.Am gewöhnlichsten wird es mit einem leichtflüssigen Blei-glase glasirt, das man schlämmt und mit Wasser zusam-menrührt, und worin man darauf das Gefäfs eintaucht.Dieses saugt dabei das Wasser ein, und das Pulver setztsich auf der Oberfläche der Waare an und schmilzt beidem Brennen zu Glas. Wenn diese Glasur richtig ge-macht und gut eingebrannt wird, so ist das Blei darinvöllig unlöslich und kann daher niemals die befürchtetenNachtheile hervorbringen, über die man so viel geschrie-ben hat. Man hat versucht, bessere Glasurmassen zu er-finden, die kein Blei enthalten; diese Versuche habenaber bis jetzt alle keinen günstigen Erfolg gehabt.
Dachziegel oder Ziegelsteine werden aus ge-meinem Thone verfertiget, welcher fein gestampft, mitSand gemengt, geformt und gebrannt wird. Die klein-sten Theilchen werden mit der Zeit durch die Feuchtig-keit der Atmosphäre von einander getrennt, und der Steinzerfällt nach einer Reihe von Jahren, wenn er nicht durcheine Glasur oder durch Mörtel vorm Zutritt der Luft ver-wahrt wird. Je stärker er gebrannt ist, desto länger hälter aus.
Essigsäure Thonerde ist stets sauer, und kannnicht zum Krystallisiren gebracht werden. Dieses Salzhat, nach Gay-Lussac, nur sobald es unrein ist, dieEigenheit, dafs wenn man eine, soviel als möglich neu-tralisirte Auflösung davon heifs macht, dieselbe sich trübt,während der Abkühlung aber sich wieder aufhellt. DieThonerde hat zur Essigsäure eine nur schwache Verwandt-II. 44