Nothdürftig erholt, spielte er in Berlin sogleich wieder zum Theilsehr anstrengende Rollen, wie Wilhelm Tell, und Luther in Wer-ners „Weihe der Kraft." Zu Ende des Jahrs mußte er sich völligvon der Bühne und allen Geschäften zurückziehen; aber bis zumletzten Moment tbätig, feierte er die Rückkehr der königlichenFamilie durch da« kleine Stück: „Liebe und Wille," und schriebeinen Prolog bei der Ankunft der Kaiserin von Rußland. Als sieam 23. Januar 1814 im Schauspiel erschien, ließ er sich auf dasTheater führen uud stellte sich im Hintergründe auf. Es war dasletztem»!, daß er die Bretter bettat, auf denen er seit achtzehnJahren so Schönes und Großes gewirkt. Vergeblich hoffte er Ge-nesung von einem nochmaligen Gebrauch des Bades Rheinerz. Alser völlig erschöpft nach Berlin zurückkam, erfreute ihn die Nachricht,daß Friedrich Wilhelm III. sein Bildniß, von Grass gemalt, fürdie königliche Gallerie gekauft habe. Voll Lebenshoffnnng dictirte ernoch am Tage vor seinem Tode einige Briefe. Er entschlief sanftam 22. September 1814, im sechs und fünfzigsten Lebensjahre.Das ganze Theaterpersonal wohnte seinem Leichenbegängniß bei.Seine Ehe war kinderlos gewesen.
Jffland ist während seines langen Aufenthalts in Berlin viel-fach angefeindet und verleumdet worden, und seine Geradheit undUnerfahrenheit in der Jntrigue machte seinen Gegnern oft leichtesSpiel. Ein lebhaftes Gefühl seines Werthes war ihm sicher nichtzu verargen, und was man ihm oft als Stolz ausgelegt, derErnst und die Würde seines Benehmens, war nur eine Folgeseines Bestrebens, seinem Stande Achtung zu verschaffen. Von derAnmaßung und Eitelkeit, mit der selbst nicht gemeine Schauspielervorzüglich Irur nach glänzenden und dankbaren Rollen Haschen, warer weit entfernt. Die schwerste Aufgabe zog ihn, den enthusiasti-schen Künstler, immer am meisten an, und andererseits verschmähteer es auch nicht, sich unter die Statisten zu stellen, wenn etwas