damit zu wirken war. — Jffland war auch kein Verschwender; inseinem Haushalt verrieth sich nur der wohlhabende Mann. Nochin später» Jahren äußerte er oft: „Daß Beil, Beck und ich nichtals reiche Leute sterben würden, davon waren wir alle drei über-zeugt. Einen reichen Künstler kenne ich nicht. Um der Kunstwillen muß man leben, und da stirbt man denn auch am glück-lichsten." Er that sehr viel für reisende Schauspieler und für dieWittwm und Waisen solcher, die mit ihm gewirkt; ja er verwen-dete zu diesen Zwecken einen großen Theil seines bedeutenden Ein-kommens. — Der scheinbare Widerspruch, den man im Charakterso vieler bedemenden, besonders komischen Schauspielev beobachtet,wiederholte sich auch bei Jfsiand: seine Schwärmerei für die Kunstwar keine sanguinisch leichtblütige; den Grundzug seines Wesensbildete eine gewisse Schwermuth, die in der Jugend und in denmittlerm Jahren durch die sprudelnden Ergüsse des lebendigstenGeistes verhüllt wurde, später aber offen zu Tage trat und ihnauf ein von Neid und Kabale hundertfach gekreuztes Leben mitden trübsten Empfindungen znrückblicken ließ.
Jfsiands außerordentliches mimisches Talent wurde von seinerKörperbildung wenig unterstützt Er war mehr klein als groß undsein untersetzter Körper erinnerte an Garrick und Eckhos. Auchsein volles, rundes Gesicht mit der übrigens proportionirten Naseund dem breiten, beredten Mund erschien an sich nicht bedeutendund einnehmend. Sein Organ war nicht volltönend, doch weichund biegsam. Er athmete kurz, wußte aber diesen Fehler so zubekämpfen, daß man auf der Bühne wenig davon gewahr wurde.Wenn er mm bei all dem eine Herrschaft über sein Publikumübte, wie schwerlich einer vor ihm, so verdankte er dieß ganz be-sonders seinem großen, schwarzen, ungemein sprechenden Auge, dasals der eigentliche Hebel seines wunderbaren Spiels erschien.
Jfsiands Spiel in seiner Eigenthürolichkeit zu schildern, den