er erhielt auch wirklich das Schauspiel ununterbrochen im Gange,und trug dadurch viel bei, die Bürger aufzurichten und die Be-satzung bei guter Laune zu erhalten. Wer glaubt es ihm nicht,wenn er versichert: „Ich erinnere mich nicht, je in meinem Lebenwieder so angespannt und verbraucht worden zu seyn." *
Dalberg kam zurück; Jffland durfte Anerkennung seines red-lichen Bemühens hoffen; aber wie bitter sah er sich getäuscht als ernur Kälte und den strengsten Tadel seiner Anordnungen fand!Tief gekränkt, nahm er im Frühjahr 1796 Urlaub und ging nachWeimar. Durch die Begeisterung, mit der dort seine Darstellungenausgenommen wurden, fühlte er sich wieder aufgerichtet, alle seineKräfte neu belebt, und wenn er aus der glücklichen, fruchtbarenRuhe, deren er hier genoß, auf die vergeblichen Kämpfe blickte, indenen er sich drei Jahre lang abgeaibeitet, so mußte wohl der Ge-danke in ihm erwachen, daß es ihm möglich seyn önnte, Mann-heim zu verlassen. Dalbergs kalte, abschreckende Antworten aufseine Briefe mußten nicht wenig dazu beitragen, ihn einem Ort zuentfremden, wo er seit fast sechzehn Jahren mit so viel Liebe auS-geharrt. Bei seiuer Rückkehr war Dalberg verbindlich, aber mitder alten Herzlichkeit hatte es auf immer ein Ende. Die alteKurfürflin Elisabeth Auguste, der Jffland einst das Wort gegeben,daß er während ihres Lebens Mannheim treu bleiben wolle, warschon 1794 gestorben; also auch dnse Rücksicht war längst wegge-fallen, und da er auf alle seine dringenden Vorschläge zu Sicherungdes Theaterpersonals und Zusammenhaltung des Ganzen nur aus-weichende Antworten erhielt und Mannheim von neuem bedrohtwurde, reifte der Gedanke in ihm, sich loszureißen; den Ausschlaggab vollends der Umstand, daß er sich im Mai 1796 verheirathetund so Pflichten übernommen hatte, die ihm nicht mehr so vielpersönliche Aufopferung gestatteten, wie in den eben durchlebtenKriegsflürmen.