ä03
als durch sein Talent der Darstellung. Er entwarf den Plan zueinem Schauspiel: „Albert von Thurneisen," sein erstes Stück, kamans die Bühne. Es wurde gut ausgenommen, und Jffland beschloß,nach und nach verschiedene bürgerliche Verhältnisse dramatisch zubehandeln, denn im bürgerlichen Schauspiel hatte er gleich anfangsmit richtigem Selbstgefühl die Sphäre gefunden, in der er nachder ganzen Verfassung seines Geistes allein in der Literatur Ehren-werthcS und der Bühne Ersprießliches leisten konnte.
Das Jahr 1782 brachte der deutschen Literatur eine ihrerwichtigsten Erscheinungen und dem vierundzwanzigjährigen Jfflandeine Rolle, die sehr viel zur Gründung seines Ruhms beigctragenhat. Schillers Räuber wurden auf der Mannheimer Bühne inAnwesenheit des Dichters mit allem Aufwand von Fleiß undPracht zum erstenmal gegeben. Jffland machte als Franz Moorden tiefsten Eindruck; Schiller selbst sagt in einem Briefe ausjener Zeit: „Ich gestehe, daß die Roll- Franz Moor's, die ich fürdie schwerste erkenne, als solche über meine Erwartung, welche nichtgering war, in den wichtigsten Punkten vortrefflich gelang." FranzMoor wurde für Jffland eine der Lieblingsrollen, in denen er aufseinen Gastreisen das Publikum durch die unbeschränkte Herrschaftüber sich selbst und die erstaunliche Sicherheit seines Spiels hinriß;diese Rolle war aber auch eine derjenigen, an welche später einestrengere Kritik den Vorwurf knüpfte, baß er oft Aufgaben über-nommen, die das Maß seiner inner» Mittel überstiegen. Ueberdieses, für die deutsche Bühne und für ihn selbst wichtige Ereignißgeht er in seiner Selbstbiographie sehr schnell weg; er sagt nur:„Franz Moor war für mich ein eigenes Fach, in dem es mir,glaub' ich, gelungen ist, Neuheit und Kraft zu entwickeln."
Nach einigen mißlungenen Versuchen erschien 1784 das Schau-spiel „Verbrechen aus Ehrsucht," zu dem der damals in Mannheimverweilende Schiller den Titel gewählt hatte. Es war JfflandS