wendet hatte, noch immer glänzend und galt für eine der gebildetstenStädte in Deutschland; aber die Bildung hatte in Folge der Lage,der langen Anwesenheit einer französischen Bühne und des Aufent-halts vieler Franzosen einen etwas französischen Anstrich, und sofürchteten Jffland und seine Freunde, man möchte in ihnen dasverkennen, worin fle ihre Stärke fühlten, und von ihnen mehrGrazie als Wahrheit verlangen. Aber sie sahen sich aufs ange-nehmste getäuscht; Jfflands Feuer für die Kunst stieg mit jedemTage, und er gefiel sich bald sehr in den neuen Verhältnissen. In-dessen folgten immer mehr Familien dem Hof nach München, undzu Anfang des Jahrs 1781 war Mannheim auffallend leer ge-worden. Ein kleinlicher Geist kam über die sonst so glanzvolleStadt, und diese Stimmung wurde bald auch im Theater sehrfühlbar, das sich ohne Ermunterung handwerksmäßig fortschleppte.Entmuthigt wollte Jffland Mannheim verlasse», da las er mitseinen Freunden Engelhos's Leben von Westenricder, und dieseSchrift wurde für sie und namentlich für Jffland von sehr bedeuten-dem Einfluß. Sie fühlten sich dadurch frisch für die Kunst begeistertund gaben sich das Wort, sich durch die augenblickliche Kälte desPublikums nicht irre machen zu lassen. Es gelang, das Theaterhob sich, und von da begann die beste Zeit der Mannheimer Bühne,und zugleich damit Jfflands schönste Blüthe, die völlige Ausbildungseines Talents und die Verbreitung seines Rufs durch Gastspiele.
In diese Periode fällt auch der Beginn von Jfflands schrift-stellerischer Thätigkeit und die Entstehung mancher seiner bestenSchauspiele. Seine ersten literarischen Versuche waren einige Auf-sätze über Schauspielkunst in den rheinischen Beiträgen. Er fühltesich selbst sehr schlecht dadurch befriedigt; aber gerade der Sturm,den bieß in -ihm hervorrief, gab den leidenschaftlichen Gefühlen, demDrang zur Mittheilung, der ihn um diese Zeit ergriffen, dieRichtung, in der er der Bühne noch anders nützlich werde» sollte