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Schauspielkunst zuwaudte. Nichtsdestoweniger sollte sein innererKampf noch lange währen. Schmerzlich rang er mit der Gegenwartund der Zukunft, mit seinen Wünschen und dem Verlangen seinerEltern, mit der mächtigen Stimme in ihm und mit dem Vor-urtheil der Welt, das ihn, abgesehen von der Rücksicht auf dieSeinigen, zwang, seinen bald fest gefaßten, bald wieder wankendenEntschluß in sich zu verschließen. Zuweilen raffte er sich gewaltsamzusammen und wandte sich eifrig den vernachlässigten Studien zu; aberimmer siegte wieder die stärkere Natur, und je länger desto wenigerthat er für die Bestimmung, die man für ihn gewählt hatte. Sotrat der Knabe, der erst im Herzen Schauspieler war, seiner Fa-milie und seinen Freunden gegenüber in dasselbe Berhältniß, indem der Schauspieler zur Welt überhaupt steht: man bekam einegeringe Meinung von seinem geistigen und sittlichen Werth. Dießüberzeugte ihn vollends, daß er um jeden Preis das, wozu ihnnach seinem Gefühl die Natur bestimmt, werden oder zu Grundegehen müsse, und diese harte Probe, welche sein jugendliches Selbst-gefühl zu bestehen hatte, trug wohl auch sehr viel dazu bei, in ihmdie hohen Begriffe von der Bedeutung uud Würde des Schau-spielers zu entwickeln, an denen er sein Lebenlang sestgehalten hat.
Sein Vater entschloß sich jetzt zu einem Schritte, von demJfsland selbst sagt, daß seine Verwandten einige Jahre früher allesdamit erreicht hätten, wozu es jetzt zu spät war: er übergab ihneinem tüchtigen Geistlichen einige Meilen von Hannover. DemUnterricht dieses Mannes, der unter anderem die besten Dichtermit ihm las, hatte er sehr viel zu danken. Vom Theater hörte erin dieser Einsamkeit kein Wort; dennoch kam hier sein Entschluß,die Bühne zu betreten, vollends zur Reife. Im sechzehnten Jahre(1775) ins elterliche Haus und auf die Schule zurückgekehrt, sollteer sich nun ernstlich auf dar Studium der Theologie vorbereiten;er nahm auch mehrmals den Anlauf dazu, aber der Gedanke, daß