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10 (1860) Hausfrieden [u.a.] Elise von Valberg
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muß etwas seltenes seyu," sagte er sich,was kluge und guteMenschen in solche Bewegung setzen kann."

Im Jahr 1767 kam die Seilersche Truppe nach Hannover,und jetzt ward dem achtjährigen Knaben zum zweitenmal der Genuß,von dem seine Seele längst berauscht war. Sein Vater schickte ihnin die Vorstellung von Miß Sara Sampson. Er zerfloß in Thronen;wie warm und herzlich wurde das Gute und Edle, wie ehrwürdigdie Tugend gegeben! Er sprach zu Hause davon in fremdenZungen, und von Stunde an war ihm die Bühne eine Schuleder Weisheit, der schönen Empfindungen. Die hohe Tragödie, diser zuerst durch Corneille'« Rodoguue kennen lernte, erfüllte ihnvollends mit schwärmerischer Ehrfurcht und weckte in ihm auch mitMacht den Nachahmungstrieb. Er ermüdete seine Kameraden durchseine Deklamationen, wobei er als Kleopatra wüthete, als Antiochusweinte, und zog fick endlich aus den Hausboden zurück, wo er allein,heroisch ausstaffirt mit zusammengerafftem Staat, in der Welt seinerPhantasten lebte. Er warf sich dabei gierig auf die Lektüre vonSchauspielen und Romaneu. Beunruhigt durch eine Leidenschaft,die den Knaben von aller ernstlichen Beschäftigung abzog, hielt ihnjetzt der Vater vom Theater fern; er ließ ihn aber nicht dieöffentliche Schule besuchen, sondern zu Haus unterrichten, und derMangel an Umgang mit Genoffen seines Alters trug wohl nichtwenig dazu bei, im jungen Jfflaud die Richtung zu befestigen, diesein empfängliches Gemüth eingeschlagen. Er wurde zum Predigerbestimmt, und selbst diese Aussicht mußte ihm dazu dienen, seineunüberwindliche Neigung zu befriedigen. Da er keine Schauspielemehr deklamiren durfte, so drängte er sich zum Vorlesen von Pre-digten im Familienkreise und trug sie in abgestuftem Tonfall leiden-schaftlich vor, zur Freude der Eltern, die nicht wußten, daß erdabei an Romeo ober Antiochus dachte. Der tiefe Eindruck, denI. A, Schlegels Kanzelberebsamkeit auf ihn gemacht, brachte ihn