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Ludwig. Dein soll ich die Freiheit verschaffen? dem, der siemir nehmen wollte?
Mad, Lrave. Er? Ihnen die Freiheit nehmen?
Ludwig. Mich als Verschwender erklären zu lassen — da«war sein saubres Projekt. Auf dessen Erfüllung trug er heutebeim Kanzler an; und als es nicht glücken wollte, vergaß er diefromme Maske, spielte den schäumenden Teufel; rief sogar, da manihn wegen seiner Verwegenheit züchtigen wollte, mich zu Hülfe?
Mad. Lrave. Darum — darum? Wer bürdete Ihnendiese Lüge aus? — Weil er sich unser annahm, der Bosheit desKanzlers trotzte, Geheimnisse zu verrathen drohte, weil — darumsitzt er gefangen I Gott, meine Tochter war dabei!
Ludwig. In seiner Brieftasche liegt ja das ganze Projekt,mit gesammelten Beweisen und Zeugnissen von Schändlichkeiten,die Sie mir andichten.
Mad. Lrave. Haben Sie das gelesen?
Ludwig. Nein. Aber —
Mad. Lrave. Und glauben es?
Ludwig. Weil der Kanzler —
Mad. Lrave. Der nämliche ist, der Ihren Onkel eiusperrenließ. Brook retten Sie Ihren Bruder — ich bitte Sie, als Bru-der — als Mensch. Er ist unschuldig.
Ludwig. Gut. — Man soll mir die Brieftasche geben.— Aber Sie werden sehen —
Mad. Lrave. Nicht so. Gehen Sie in Ihres BrudersHaus. Der Hofrath ist dort, seine Papiere zu untersuchen. EilenSie. Gleich jetzt!
Ludwig. Desto bester! es ist ja nicht weit von hier. Ichwill sogar den Hosrath unter einem Vorwand hierher bringen;hier, in dieß Zimmer —