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Mad. Drave. Alles?
Ludwig (zuversichtlich). Alles.
Mad. Drave. Was Sie uns genommen haben?
Ludwig. Ja.
Mad. Drave. Auch Bertrauen ans Menschen? Ehre? —der Frau den lodtgegrämten Mann? dem Vater die begrabeneTochter? «Pause). Das alles geben Sie uns wieder? hier aufdiesem Papiere wieder?
Ludwig. Madam, daß Sie alles auf meine Rechnung setzen,ist Ungerechtigkeit und zwingt mich zu reden.
Mad. Drave. Reden Sie.
Ludwig. Ich gestehe Ihnen denn freimiithig, daß ich, wasich thue, Ihretwegen, Augnstens wegen thue; daß ich für HerrnDrave das nicht tbun würde; denn wahrlich ein halbes Vermögenin eigenen Spekulationen zu vernachlässigen. — (Steigend.) Plane,durch den Bruder den Bruder zu verderben — das wurmt! Wasgeschehen ist — Gott sey mein Zeuge, ich ähnele nichts davon;doch ich bin Mensch — habe gefehlt — mich dünkt aber, ichmache wieder gut, was ich etwa versah.
Mad. Drave. Das fordert Antwort. — Der Mann, der,von diesem Darlehen an das größte sicherste Haus, seinem schwel-gerischen Mündel reichliche Unterstützung — schaffte, zu seinerSicherheit freiwillig mit Hab' und Gut sich verbürgte, diese Bürg-schaft selbst anzeigt, und mit Verlust alles des Seinigen sie heuteerfüllt — ist ein redlicher Mann.
Ludwig (außer sich). Verbürgt?
Mad. Drave (ohne auf ihn zu hören). Vatersorgen, Vater-angst um ein anvertrautes Kind — hat ihren Lohn in sich. EinMann, der, wie Drave, die Hand auf das Herz legen, undauf seinen letzten Richter Hinsehen darf — kann, wenn er