315
8rave. Ich nehme ste zurück.
Ludwig (kalt). Höchst sonderbar I Warum gaben Sie mirsie denn?
8ravc (kurz). Weil ich Sie mißverstand.
Ludwig. So? — Ei, wie fein I — Sie machten michalso erst recht sicher —
8ravc (an sich haltend). Sehn Sie so gut, und lasten Siemich allein.
Ludwig (steigend). So recht treuherzig —
8 r ave. Lasten Sie mich allein. Ich bitte Sie.
Ludwig. Um mich dann desto bequemer auszulocken I
8 rave. Gehen Sie — ich bitte Sie um Gottes willen.
Ludwig. Wie soll ich bas von dem Mann begreifen, dermir immer seine Offenheit vorspiegelt.
8 rave. Herr! ich rathe Ihnen —
Ludwig. Seine Redlichkeit zum Muster aushängt, unddann doch, seiner Frömmigkeit zum Posten, Dinge thut —
8 rave. Mensch I Mensch l
Ludwig. Dinge, deren sich keiner von uns Sündernschämen dürste I daß Sie's wissen, Herr! schon lange trauteich dieser religiösen Larve nicht mehr; schon lange war ichdieses Knabenzwanges, der mich fast- und krastloS preßte, über-drüssig. Noch drittbalb Jahre haben wir mit einander zu schassen— es steht bei Ihnen, Sich gleich jetzt die Last zu erleichtern.Wollen Sie? — Gut, so danke ich Ihnen hiermit für gehabteMühe!
8 rave. Undankbarer, abscheulicher Mensch! — O meinKind! — ich armer Vater!
Ludwig. Nun? was wüthen Sie denn?
8 rave. Daß Du lebst, Natter! daß das Mädchen Dich