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10 (1860) Hausfrieden [u.a.] Elise von Valberg
Entstehung
Seite
276
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Lravr. Genug verloren! Genug! Wie oft habe ich vorden empfindsamen Romanen gewarnt I wie viel Mühe gab ich mir,daß diese Krankheit nie in mein Haus kommen möchte! Ichschaffte Euch gute Bücher und sorgte für jede angenehme Unter-haltung alles umsonst I Du freutest Dich, die elenden Phrasenvon ihr hersagen zu hören; Dir schwindelte vor Stolz, wenn einromantischer Aufsatz von dem Mädchen zusammengeschwärmt undherdeclamirt ward! Ich sprach, ich warnte, ich bat, und wardnicht gehört, nicht geachtet, und auSgelacht.

Llad. Lravr. Sie hat seines Gefühl von der Natur em-pfangen. Wenn Du nun jeden Ausbruch desselben für Empfindeleierklären willst; so

Lravr. Ich unterscheide das! Gott gab dem Mädchen einHerz, das wahrlich Edles fühlt, gegen keine Noth des Menschengehärtet ist! -- dabei hättest Du es lassen sollen. Aber das warnicht genug! und so wurden große Gefühle durch Empfindeleiweg gekränkelt.

Mad. Lravr (unwillig). O das ist nicht der Fall

Lravr. Wirst es schon noch sehen! Gott hüte sie vor un-glücklicher Liebe I aber Du würdest es dann sehen. Das Herum-schleichen im Mondenschein das Besuchen der Kirchhöfe dasfind alles Folgen dieser Krankheit. (Weich.) Von mir wendetsich ihr Herz ganz ab.

Mad. Lravr. Du zerreißest mir das Herz mit dieser Be-schuldigung. (Sie sitzt sich.)

Lravr (äußerst gerührt). Ich sehe es leider nur zu deutlich Ich weiß auch gar nicht mehr, wie ich mit ihr sprechen soll.Ihr Herz leidet I Jeder Rath ist Bedrückung und Härte I Allesist Elend; und wo kein Elend ist, schmachtet sie darnach, elendzu seyn. Ich gab mir so viel Mühe, ihr die Welt bekannt zu