Druckschrift 
10 (1860) Hausfrieden [u.a.] Elise von Valberg
Entstehung
Seite
275
Einzelbild herunterladen
 

Lrave. Der Pinsel I Ich nahm eine bessere Wendung, hieltlanger an mich, als es nöthig gewesen wäre.

Mab. Lrave (empfindlich vorwerfend). Das ist nun wiedereiner von Deinen heftigen Streichen I

Lrave (äußerst hiervon befremdet). Es lhut mir leib, daß ichimmer gedrungen werde, mit Heftigkeit die Fehler wieder gut zumachen, die Du mit allem Bedacht begehst.

Mab. Lrave. Nun I was habe denn ich hiebei gefehlt!Lrave (mit steigendem Affekt). Unter uns, meine liebe Fra»,schmeichelte es nicht Deiner miitterlichen Eitelkeit, einen Schwarmvon Liebhabern um Deine Tochter hernmflattern zu sehen'?Nähmst Du nicht auf irgend eine eigenlicbische Art Antheil an denAufmerksamkeiten, Schmeicheleien und Complimenten, die DeinerTochter gesagt werden so wäre alles das jetzt nicht so.

Mab. Drove. Dieser Vorwurf

Lrave. So hättest Du die Gesellschaft solcher Dummköpfenicht ertragen können.

Mab. Dräue. Aber das Mädchen

Lrave. Liebt einen! was sollen die übrigen? durchübertriebene Liebeserklärungen ihren Stolz reizen? durch fadeEmpfindelci ihr Herz verderben? Was ist aus dem Mädchengeworden? sprich selbst. Ist das meine Erziehung, was mirjetzt Sorge macht? Oder westen ist sie? Deine!

Mab. Lrave (mit niedergeschlagenem Blick). Aber

Lrave. Aber immer durchkreuzt Euer Eigensinn unsre bestenPlane! und wenn Ihr mit Euern Schwächen und Eitelkeiten allesverdorben habt wer muß helfen? der Mann! der Vater! Ol glücklich genug, wenn man ihm das noch verstattet!

Mab. Lrave. Du thust auch, als wenn alles verlorenwäre! als wenn