Mad. Vravr. Nun, was ist es denn, das Dich so sehrerschreckt? Daß er lebhaft ist? zu Zeiten etwas wild? — Jenun, er ist jung.
Lravc. Lebhaft? — wild — jung? — Sittenlos, aus-schweifend, heuchlerisch — so ist Ludwig Brook I Der ist derMann für meiu Kind? Dem laste ich meine Auguste, wenn ichaus der Welt gehe? — Dem? Frau — Du hast mir eineschlimme Neuigkeit gebracht!
Älad. Lravr. Du flehst doch alles von der finstern Seite!Er ist leichtsinnig — sehr leichtsinnig, das ist wahr! Auch würdeich an keine Verbindung denken, so wie er ist. Die Liebe wirdseine Aendeiung bewirken, dann aber —
Nr ave. Aendern? Er? —
Mad. Lravc. Ich will's lieber von seinem Leichtsinnhoffen, als von dem schwarzen Charakter des Nettesten.
Vravr. Von meinem guten ehrlichen Philipp Brook? Olästere nicht! — Ja, wenn Du mir die Nachricht gebracht hättest,daß sie den liebte — O Gott! — unsere ganze Habe wolltenwir ihr mitgeben I — Die glücklichsten Ettern wären wir geworden!
Mad. Lravc. Nun fürwahr, da sehe ich dann doch auchkeine Glückseligkeit, wenn wir das Mädchen zu dem Grillenfängersperrten I
Lrrve. Ach er ist ein so gutherziger Grillenfänger! —
Mad. Lrave. Leichtsinn und gutes Herz gewährt mehr Glück-seligkeit, als solche finstre Tugend — wenn es anders Tugend ist! —
Vravc. Ich bin mit beiden nicht zufrieden. Unglücklichgenug für mich! Den Nettesten ließ ich ohne, merkliche Aufsichtseinen Weg gehen, weil ich diesen für den unschädlichsten hielt —und er wurde düster — voll ernster Laune — menschenscheu —das herrlichste Talent liegt begraben, in sich selbst gekehrt; uuthätigverzehrt ihn der Hang nach Thätigkeit und Größe.