201
daraus, was sllr uns beide das beste ist l — Julie — liebeJulie!
Gthcimeräthiu. Es ist grausam, daß Sie in der Spracheder vergangenen, schönen, traulichen Zeit mich anreden. Sie istnicht mehr, und nimmer wird fle wieder kommen! — Ach l welchein himmlisches Bild haben Sie mit diesem Tone mir wiederzurückgerufen I
Grheimerath. Julie! Ihr Kummer, Ihre Thränen, Ihrstille« Dulden haben mich auf eine Höhe gestellt, die ich nicht ver-diene — (Lebhaft.) Gethan ist nun das mithsame Geständniß, dasmein Stolz so lange verweigert, und lieber Ihr Recht bestritten,als mein Unrecht anerkannt hat. — Mütterlicher Rath — Ehr-lichkeit und Liebe — ja — Liebe — führen mich zu Ihnen. Stattdaß Ihre Thränen mich anklagen und beschämen, leite mich IhreGüte, und freundliche Liebe führe mich aus Verwickelungen!
Grhcimeräthiu (setzt sich, stützt den Kopf, und reicht ihm dieandere Hand hin).
Gehet m erath. Ihr Händedruck ergreift meine Seele I Niehabe ich herzlicher für Sie empfunden, als in diesem Augenblicke!
Gehet IN eräthiu (sieht ihn an, und hält noch seine Hand).Weiter — weiter! O dieser schöne Traum kann nie lange genugdauern.
Gchetmerath. Ich will mich Ihnen anvertrauen.
G e hei mer ät h i u. Soll ich das wünschen? Die Täu-schungen de« schlummernden Kranken sind so oft bester als seinErwachen!
Geheimrrath. Nein! keine Täuschungen mehr. Wahrheitwollen wir uns geben, und beide genesen. Ich bekenne Ihnen —
Grheiineräthiu. Ach —